Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 14. September 2010

Theater: Verträge verlängert

Erfolgreiche Arbeit, steigende Besucherzahlen und Visionen für die Zukunft

Die Verträge des Leitungsteams des Lübecker Theaters sind verlängert – das gab Frank-Thomas Gaulin, Aufsichtsratsvorsitzender der Theater Lübeck gGmbH, in der vergangenen Woche bekannt. Der Opern- und Generalmusikdirektor Roman Brogli-Sacher sowie der Schauspieldirektor Pit Holzwarth bleiben bis zum 31. Juli 2015 im Haus an der Beckergrube. Der Vertrag des Geschäftsführenden Theaterdirektors Christian Schwandt wurde bis zum 31. Juli 2017 verlängert. Vorausgegangen war eine einstimmige Empfehlung des Aufsichtsrates und ein ebenso einvernehmlicher Beschluss der Gesellschafterversammlung.

Künstlerisch und wirtschaftlich konnten das Theater Lübeck und das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck in den vergangenen drei Jahren auf eine neue Basis gestellt werden: Das spartenübergreifende Lübecker Renommierprojekt „Wagner-trifft-Mann“, angelegt über vier Spielzeiten von 2007 bis 2010, mit Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ und Dramatisierungen von Romanen Thomas Manns, sorgt national und international bei Publikum und Presse für Furore – die Auslastung liegt bei über 90 Prozent.

„Lübeck hat die Aura einer alten Stadtrepublik, deshalb sind die Politiker hier diskussionsfreudiger und offener gegenüber dem Theater als in vergleichbaren anderen Städten“, sagt Christian Schwandt. Er freue sich sehr, dass die nächsten beiden Spielzeiten finanziell gesichert seien.

Opern- und Generalmusikdirektor Roman Brogli-Sacher wird gefeiert für seine musikalischen Interpretationen mit dem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck in Musiktheater und Konzert. Und er hat weitere Pläne: „Ich möchte mit dem Orchester auf ein bis zwei Tourneen im Jahr gehen, damit dieses Kleinod auch außerhalb Lübecks wirken kann“. Für Brogli-Sacher ist die Weiterentwicklung des Orchesters ein existenzieller Grund zum Arbeiten. Sein herausragendes Gespür bei der Verpflichtung von renommierten Sängerinnen und Sängern wird  Brogli-Sacher womöglich noch in anderer Form unter Beweis stellen: „Es ist ein internationaler Gesangswettbewerb am Anfang jeder Spielzeit in der Hansestadt geplant“.

Schauspieldirektor Pit Holzwarth hat das Schauspiel des Theater Lübeck mit einer eigenen Handschrift profiliert: Die Dramatisierungen von Weltliteratur durch renommierte Autoren, musikalischen Schauspielproduktionen sowie die sinnlichen Neuinszenierungen der klassischen Dramatik erbrachten bei vielen Produktionen großartige Kritiken, lange Laufzeit und sehr hohe Auslastungen. Geplant ist die Fortsetzung der Dramatisierungen der Thomas Mann-Romane.

Insgesamt konnte die Zuschauerzahl von etwa 140.000 auf nachhaltig über 170.000 gesteigert werden. Die Eigeneinnahmen und Sponsoringmittel des Theaters verbesserten sich von knapp zwei auf über drei Millionen Euro pro Jahr.

Mit einem Selbstfinanzierungsgrad von 18 bis 20 Prozent liegt das Theater Lübeck an der Spitze der Norddeutschen Theater. „Sicherlich wird es bei der finanziellen Anspannung des Hauptgesellschafters Lübeck und des zweiten wichtigen Zuschussgebers, des Landes Schleswig-Holstein, in den kommenden Jahren nicht einfacher, unser Theater zu führen“, sagte Frank-Thomas Gaulin.

„Aber der gesamte Aufsichtsrat vertraut dem inzwischen bewährten Führungsteam.“ Kultursenatorin Annette Borns sagt: „Höchste künstlerische Qualität und verantwortungsvoll sparsamer Umgang mit Geld, Bildung, Unterhaltung und intellektuelle Herausforderung für alle Lübeckerinnen und Lübecker – so kann ich die Arbeit des Lübecker Theaters in den letzten Jahren beschreiben. Ich bin glücklich, dass es uns gelungen ist, die Persönlichkeiten, die dies erreicht haben, an Lübeck zu binden.“

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