Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 14. September 2010

Keine Kürzung auf Kosten der Frauen!

Autorin: Antje Jansen

Die Linke

Neue Hiobsbotschaft für Lübeck: Die Landesregierung droht mit der Schließung des AWO-Frauenhaus und einer Beratungsstelle für Frauen in Lübeck. Damit will die Landesregierung eine halbe Million Euro einsparen. Die Landesregierung wendet sich mit ihrer Sparwucht wieder gegen Lübeck. Denn die Hansestadt soll fast 90 Prozent der Kürzung tragen. Die fadenscheinige Begründung für die Auswahl ist die angebliche Überversorgung Lübecks mit Frauenhausplätzen. Doch die Rechnung von Minister Schmalfuß, die Plätze auf eine Stadt umzurechnen ist unredlich. Die Plätze in den Häusern stehen allen Frauen und Kindern zur Verfügung, nicht nur denen, die aus Lübeck kommen. In Schleswig-Holstein wird die Finanzierung der Häuser durch das Finanzausgleichsgesetzt getragen, in den alle Kommunen einzahlen. Damit wird deutlich, dass die Frauenhausplätze in Lübeck keine Lübecker Plätze sind, sondern Schleswig-Holsteiner Plätze. Die Europäische Union fordert für 7500 Einwohnerinnen und Einwohner einen Frauenhausplatz. Schleswig-Holstein liegt jedoch mit einem Verhältnis von 1 zu 8524 schon mehr als 1000 Einwohner über diesen Wert. Schleswig-Holstein hat eine Unterversorgung, und nicht wie Minister Schmalfuß behauptet eine angebliche Überversorgung. Und jetzt will die Landesregierung noch mehr kürzen. Wir brauchen Frauenhausplätze, denn die Gewalt gegen Frauen hat nicht abgenommen, sondern ist in den letzten Jahren sogar noch gestiegen, und damit auch die Nachfrage an Schutzraum in Frauenhäusern. Die geplanten Kürzungen bedeuten nichts anderes, als das Leid von Frauen und deren Kindern zu vergrößern.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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