Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 28. September 2010

Fahrradparkhaus zum Haareraufen

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

 Ein Fahrrad-Parkhaus am Hauptbahnhof ist schon lange in Planung, gebaut wurde es bislang noch nicht. So verunzieren weiterhin Hunderte von Drahteseln den Bahnhofsvorplatz, der eigentlich ein repräsentatives Entrée zum Weltkulturerbe darstellen sollte. Ob wir einer Verbesserung mit den jüngst vorgestellten neuen Plänen näher gekommen sind, muss bezweifelt werden. Dies ist auch kein Beinbruch, weil dieser Entwurf völlig unzureichend ist. Von einem Parkhaus mit 500 bis 750 Plätzen ist die Rede, was nie und nimmer ausreichen wird. Schon jetzt zählt man rund 600 Räder vor dem Bahnhof. Wenn erst ein Parkhaus mehr Komfort und Sicherheit verspricht, sollte diese Zahl schnell ansteigen – was aus verkehrs- und umweltpolitischer Sicht auch zu begrüßen wäre. Ein Parkhaus aber, von dem man jetzt schon weiß, dass es zu klein sein wird, dürfte auch kaum dabei helfen, das wilde Abstellen zu verhindern und die Umgebungsgestaltung zu verbessern. Andere Städte, die auf eine kontinuierliche Ausweitung des Radverkehrs setzen wie Münster, haben schon über zehn Jahren eine Radstation direkt auf Hauptbahnhof, wo man sein Fahrrad nicht nur abstellen , sondern auch reparieren und pflegen lassen kann, während man mit dem Zug unterwegs ist. Jetzt in Lübeck ein Parkhaus zu errichten, das diesen Service aus Platzmangel auch künftig nicht zulassen kann, ist eine Fehlinvesti-tion. Hier muss neu nachgedacht werden, auch wenn das wiederum Zeit kostet. Es ist wirklich zum Haareraufen, wie lange in Lübeck sinnvolle und längst überfällige Projekte immer wieder verschoben werden. Ob hier System hinter steckt?

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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