Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 05. Oktober 2010

Stadtwald noch sturmsicherer

Autor: Karl-Heinz Haase

Die Grünen

Unsere Bürgerschaftsfraktion wurde in einer Führung durch den Ritzerauer Forst jetzt auf den neusten Stand der Entwicklung des Lübecker Waldprojektes gebracht. In den Zeiten des Klimawandels ist der Wald vermehrten Risiken ausgesetzt. In unserer Region: die stetige Zunahme von Stürmen. Schnell aufgeforstete Baumplantagen sind besonders gefährdet. Die naturnahe Waldbewirtschaftung, wie sie bei uns praktiziert wird, geht einen anderen Weg. In Jahrmillionen der Evolution haben sich Wälder an das Risiko schwerster Stürme gut angepasst. Im Lübecker Konzept wird versucht, den Wald schrittweise auf dieses evolutionäre Format zurückzuführen. Das geschieht, indem man angestammten Baumarten den Vorzug gibt und Eingriffe auf ein Minimum reduziert. Und das ist – die Fachwelt staunt nicht schlecht – mit einer wirtschaftlichen Nutzung bestens vereinbar. Neben dem physikalischen Sturm hält die Neuzeit ein weiteres Risiko für Wälder bereit: den politischen Sturm. Auch der Lübecker Wald hatte in dieser Hinsicht einiges abzuwettern. So scheinen Bürgermeister immer mal wieder auf die Idee zu kommen, besonders ertragreiche Teilstücke ihrer Wälder zu verscherbeln – und den Rest damit in die Defizitzone zu fahren (um auch den dann loszuwerden, clever). Bei solchen Bedrohungen hilft die Evolution dem Wald nicht weiter. Aber wir. Und weil wir diese Form des politischen Klimaschutzes mit dem derzeitigen Bürgermeister (er wollte den Ritzerauer Forst verkaufen) schon mal geübt haben, kann es beim nächsten Mal nur besser werden.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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