Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 12. Oktober 2010

Gewöhnungshilfe für Verkehrsregeln

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Stadtverwaltung hat angekündigt, künftig schärfer gegen Verkehrssünder in der Altstadt vorzugehen. Politessen und auch Polizisten sollen die Zonen kontrollieren, wo der Durchgangsverkehr ausgesperrt ist, wir aber täglich erleben müssen, dass sich viele Autofahrer nicht darum scheren. So am Kohlmarkt, der Königstraße, der St. Annen-Straße und anderen Stellen. Wir haben in der Vergangenheit oft darauf hingewiesen und die Stadt zum Handeln aufgefordert. Wenn jetzt endlich Bußgelder verhangen und sogar Videobeweise angefertigt werden, hat das nichts mit Drangsalierung der Verkehrsteilnehmer zu tun, wie einige autofreundliche Politiker behaupten, sondern ist in Wirklichkeit ein dringender Dienst im Sinne der Allgemeinheit. Die Hoffnung, dass sich die Autofahrer irgendwann an die Regelung gewöhnen und respektieren würden, teilen wir nicht. Denn dadurch, dass einige die Verkehrsschilder dreist ignorieren, werden auch andere Bürger dazu verführt, nicht erlaubte Abkürzungen durch die Altstadt zu nehmen, weil sie sehen, dass dies völlig ohne Folgen bleibt. Die Ankündigung der Stadt, Kontrollen einzuführen und Bußgelder zu erheben, wird aber keine Wirkung haben, wenn sie nur gelegentlich geschieht. Das Risiko, erwischt zu werden, muss so hoch sein, dass die Autofahrer sich daran gewöhnen, die erlaubten Routen nicht zu verlassen. Davon profitieren sowohl Anwohner als auch Gäste, die unter vielfach falsch und viel zu schnell fahrenden Rüpeln leiden müssen. Konsequente Verkehrskontrolle erhöht somit die Lebensqualität in der Altstadt, wogegen niemand ernsthaft etwas einwenden kann.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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