Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. Oktober 2010

Umfassende Zusammenarbeit

Landeshauptstadt Kiel und Hansestadt Lübeck wollen kooperieren

Seit Jahrzehnten verbindet Kiel und Lübeck vor allem eine Feindschaft. Die Hansestadt fühlt sich gegenüber der Landeshauptstadt benachteiligt. Jetzt gibt es ganz neue Töne. Die Verwaltungschefs Torsten Albig und Bernd Saxe wollen durch eine Zusammenarbeit Geld sparen.

Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe trafen sich am vorigen Dienstag in der Hansestadt. Sie vereinbarten eine umfassende Zusammenarbeit. So sollen interne Verwaltungsaufgaben, wie die IT-Technik, das Rechtsamt oder die Personalabteilungen langfristig zusammen gelegt werden.

Das würde erhebliche Personalkosten sparen, ohne den Service gegenüber dem Bürger zu verändern. In Kiel verursachen diese Querschnittsaufgaben rund 60 Millionen Euro Personalkosten im Jahr. Albig erwartet ein Einsparpotential von rund 20 Millionen Euro.

Die beiden Verwaltungschefs wollen sich jetzt alle sechs Monate treffen und ihre Erfahrungen austauschen. So gibt Albig zu, dass man von den Lübecker Erfahrungen bei der Umstellung des Haushalts auf kaufmännische Buchhaltung hätte profitieren können – aber die Kollegen an der Trave schlicht nicht gefragt habe. So wurden an der Förde die Fehler wiederholt. „Das ist Irrsinn“, so Torsten Albig.

Auch die Stadtwerke sollen stärker kooperieren. So hofft Albig, dass Lübeck sich an einem geplanten Gas-Kraftwerk beteiligen könnte. Eigentlich wollte Kiel das 400 Millionen Euro-Projekt mit einem großen Energieversorger durchführen. Doch der ist ausgestiegen, da er jetzt seine Kernkraftwerke weiter nutzen könne.

Beide Städt sitzen in der Schuldenfalle. Deshalb schließt Kiel sich der Lübecker Forderung nach einem Entschuldungsfonds an. Der soll alle Schulden der Kommunen und des Landes aufnehmen, um bei den Banken bessere Konditionen auszuhandeln. Gleichzeitig fordern beide Politiker einen Entschuldungsplan.

Alle Bemühungen würden aber keinen Erfolg haben, wenn „halbe Gesetze“ gemacht würden, sagt Torsten Albig. Er nennt als Beispiel den Ausbau der Kita-Betreuung. Der belaste Kiel mit 15 bis 30 Millionen Euro. Die Gesellschaft müsse umdenken: Wenn etwas gefordert werde, müsse auch die Finanzierung geklärt werden.   vg

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de