Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. November 2010

Walsymposium in Lübeck

Großer Tag der Meeressäuger im Museum für Natur und Umwelt

Wale faszinieren: Sie beeindrucken durch enorme Körpergröße, sie erstaunen durch perfekte Anpassung an den Lebensraum Wasser und verblüffen durch ihr Sozialverhalten und ihre Kommunikation. Um das hochinteressante Thema „Wale“ geht es jetzt bei einem großen Symposium, das das Museum für Natur und Umwelt vom 19. bis 21. November durchführt. Titel des Symposiums: „Wale – Vom Meer ins Museum“. Highlight für die Öffentlichkeit wird der große „Waltag“ im Museum am Sonntag, 21. November, von 11 bis 17 Uhr.

Als im Jahr 1984 in einer Kiesgrube in Groß Pampau südlich von Lübeck die ersten versteinerten Walknochen ans Licht kamen, ahnte man noch nicht, welch einzigartige Fundstätte für Großfossilien aus der Zeit des Miozäns – vor elf Millionen Jahren – entdeckt worden war. In den Folgejahren konnten drei Bartenwale, ein Zahnwal, ein Hai und Einzelstücke weiterer tertiärer Meeresbewohner geborgen und für die Forschung sichergestellt werden. Die versteinerten Wale aus Pampau sind im Museum für Natur und Umwelt ausgestellt.

Am Freitag, 19. November, beginnt das Symposium mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Lübecker Dom. Gerhard Höpfner, der mehrere Walgrabungen leitete und die fossilen Skelette in weit mehr als 1000 Stunden Arbeit selbst präparierte, wird über den einzigartigen Fundort sprechen. Dr. Oliver Hampe von der Humboldt-Universität in Berlin wird in einem Kurzvortrag seine neue Forschungsergebnisse  vorstellen. Dr. Susanne Füting wird über weitere Pläne zur Ausstellung der Wale berichten. Ihr Wunsch: Das Meer der Pampauer Wale soll für den Betrachter lebendig werden.

Am Sonntag, 21. November, findet im Museum für Natur und Umwelt ein großer Waltag für die Öffentlichkeit statt. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr gibt es stündlich Führungen, geleitet von dem renommierten Walforscher Dr. Oliver Hampe (Berlin), dem Grabungsleiter Gerhard Höpfner und Museumsleiterin Dr. Susanne Füting. Im Kinderprogramm kommen kleine Nachwuchs-Walforscher auf ihre Kosten: Der Förderverein des Museums, die Pädagogin Marion Lindner-Seiffert und Anne Fischer, die derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Museum absolviert, haben sich Spiele und Aktionen rund um das Thema „Wale“ ausgedacht.  Für wissbegierige Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist viel Spaß garantiert. Es gibt  ein Improvisationstheater,  interaktive Stationen, altersgerechte Führungen, Bastelaktionen und eine Schminkecke.

Das Programm des „Waltages“ nimmt die Besucher mit in eine andere Zeit: Sie können in das sogenannte Miozänmeer abtauchen. Dieses warme Urmeer, das sich vor Millionen Jahren hier im Norden ausdehnte, war mit Haien, Schildkröten, Rochen, Robben, Knochenfischen, Seeigeln, Krebsen, Meeresschnecken, Muscheln und den Pampauer Bartenwalen bevölkert. Erwachsene und Kinder dürfen sich also auf einen Tag mit fantastischen Eindrücken und hochinteressanten Informationen freuen.

Der Eintritt zum Waltag mit allen Aktivitäten kostet für Erwachsene fünf Euro, Kinder ab sechs Jahren zahlen zwei Euro.

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