Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 16. November 2010

Stadt veröffentlicht Einwohnerprognose

Bevölkerung in der Hansestadt schrumpft bis 2025 um 4,1 Prozent

Lübecks Einwohnerzahl schrumpft weiter. Das ergab die aktuelle Prognose des Bereichs Statistik und Wahlen unter der Federführung von Gerhard Bender. Der Statistiker erstellt alle fünf Jahre eine Einwohnerprognose für die Hansestadt. Die jetzige zeigt: Bis zum Jahr 2025 sinkt die Einwohnerzahl um 4,1 Prozent von derzeit 212.300 auf etwa 204.000. Somit wird sich der seit 1992 zu beobachtende Bevölkerungsschwund auch künftig fortsetzen. Grund dafür ist die niedrige Geburtenrate, die auch die jährlichen Wanderungsgewinne nicht ausgleichen. Die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen pro Jahr wird sich von derzeit rund 850 auf etwa 1000 erhöhen.

Zuwanderungen erfährt die Hansestadt vor allem von jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren, Personen im Alter von 30 bis 45 Jahren verlassen die Hansestadt, um in ländlichere Gegenden wie Stockelsdorf oder Bad Schwartau zu ziehen. Neben dem Sinken der Einwohnerzahl wird es Veränderungen in der Altersstruktur geben: Bis 2025 sinkt die Zahl der unter 18-Jährigen von heute rund 32.600 auf 30.000, die Anzahl der Personenim erwerbsfähigen Alter von 18 bis 65 Jahre soll sich von etwa 131.000 auf 125.000 verringern. Die Zahl der über 65-Jährigen stagniert, die Zahl der Hochbetagten (über 80 Jahre) wird hingegen von derzeit rund 13.000 auf 15.000 steigen. „Am interessantesten wird es nach dem Jahr 2025“, so Gerhard Bender. Denn dann kämen die geburtenstarken Jahrgänge der heute 40- bis 50-Jährigen in das Rentenalter. „Damit sinkt die Zahl der Erwerbstätigen drastisch“.

Die Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Stadtteilen gestaltet sich sehr unterschiedlich: Die Einwohnerzahl der überwiegend jungen Menschen in der Innenstadt bleibt in etwa gleich, der Hochschulstadtteil, in dem bereits jetzt rund 4200 Personen leben, wird noch etwa zwei Jahre Zuwächse erfahren und stagniert dann, Moisling und Buntekuh erfahren Verluste, ebenso St. Lorenz Nord, St. Gertrud und Kücknitz. Die Einwohnerzahl in St. Lorenz Süd und Schlutup stagniert. Travemünde verzeichnet ein großes Geburtendefizit, dafür aber viele Wanderungsgewinne von überwiegend älteren Personen, sodass hier nur eine leichte Abnahme der Einwohnerzahl prognostiziert wird.

Ideen, den Bevölkerungsschwund in Grenzen zu halten oder ihn gar umzukehren, gibt es einige: „Die Möglichkeiten der Kinderbetreuung, gerade auch für unter Dreijährige, müssen massiv ausgebaut werden“, so Bürgermeister Bernd Saxe. Zudem sei die Ausweisung von 3000 Wohneinheiten in Planung, davon etwa 1250 durch die Schießung von Baulücken, 850 in Travemünde und 900 in den Neubaugebieten rund um den Bahnhof, in der Moislinger Allee, auf der nördlichen Wallhalbinsel und an der Wasserkunst. „4,1 Prozent Verlust der Einwohnerzahl ist keine dramatische Entwicklung“, so Saxe weiter.

Andere Städte hätten mit mehr Verlusten zu kämpfen. Ein „Nebenprodukt“ der aktuellen Prognose: InLübeck werden die Frauen im Durchschnitt 82 Jahre alt, die Lebenserwartung der Männer beträgt 77 Jahre. Mehr Infos gibt es unter www.luebeck.de/stadt_politik/statistiken. msn

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