Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 21. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. November 2010

Billigflüge in dünner Luft

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

Von Bürgerinitiativen am Flughafen Hahn ist zu erfahren, dass die Fluggesellschaft Ryanair sich über die Erhebung einer Luftverkehrsabgabe durch den Bund beklagt. Sie will die Abgabe nicht auf ihre Ticketpreise aufschlagen, sondern verlangt von den Flughäfen, sie aus deren Mitteln auszugleichen. Die Verluste von Flughäfen wie Lübeck-Blankensee würden auf diese Art steigen und Gewinne der Fluggesellschaft ebenso. Gleichzeitig kündigt sich bundesweit die Verlagerung bisheriger Billigflüge von Regionalflughäfen hin zu Großflughäfen an. Die Investorenschlange, die der vorige Wirtschaftssenator vor seiner Bürotür sah, hat sich verlaufen. Mit der Gerichtsentscheidung über die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Flughafenerweiterung ist erst ab Mitte 2011 zu rechnen. Die Kommission der EU hat die Prüfung von Beschwerden betreffend den Flughafen Lübeck noch nicht abgeschlossen. Die Stationierung von Flugzeugen in Blankensee wird von der Firma Ryanair immer mal wieder öffentlich angekündigt, aber eine verbindliche Zusage kann den Mitgliedern der Bürgerschaft nicht vorgelegt werden. Wer später die Betriebskosten einer Stationierung tragen würde, bleibt in der Schwebe. In der Vergangenheit hat Ryanair die Kostenübernahme durch Stadt und Land verlangt. In dieser Situation erbringt die Stadt gemäß Bürgerentscheid investive Vorleistungen in Millionenhöhe für eine Flugzeug-Stationierung. Der Bürgerentscheid wird respektiert, aber die kritische Diskus-sion über den örtlichen Luftverkehr muss entsprechend den Veränderungen und Unsicherheiten seiner Rahmenbedingungen weitergehen.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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