Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. November 2010

Vom Burgfeld zur autofreien Altstadt

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Ein Schandfleck Lübecks ist ohne Zweifel der Radbruch-Platz, der seinen Namen auch von den felgenbrechenden Schlaglöchern haben könnte, im Volksmund aber zumeist Burgfeld genannt wird. Dieser hässliche Eingang zum Weltkulturerbe hat außer seiner Verkehrsknotenfunktion derzeit keinerlei Qualitäten. Die stattliche Brunnenanlage ist seit langem stillgelegt. Dass es jetzt bald einen Gestaltungswettbewerb für diesen Ort mit seiner eigentlich idyllischen Lage geben wird, kann man daher nur begrüßen. Ein unterirdisches Parkhaus könnte hier durchaus sinnvoll sein, wenn es dazu dient, die enge Altstadt weiter von parkenden Autos zu entlasten und somit dazu beizuträgt, die Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bürger und Gäste zu verbessern. Von hier aus ließe sich nach dem Abstellen des Autos ein wunderschöner Spaziergang durch das Burgtor und die dann hoffentlich autofreie Große Burgstraße machen. Die Verkehrsberuhigung würde auch dem Koberg gut tun, der dann endlich zu einem Platz aufgewertet werden könnte, wo sich die Menschen ungestört von Verkehrslärm und Abgasen auch freiwillig aufhalten möchten. Kein Geschäftsinhaber der Altstadt braucht Angst vor der Konkurrenz der Grünen Wiese zu haben, wenn sich das Angebot in den mittelalterlichen Gassen wesentlich von den Großmärkten unterscheidet. Ikea und Citti bedrohen nur dann die innerstädtischen Umsätze, wenn die Altstadt versäumt, ihren besonderen Charme auszuspielen und statt dessen versucht, das Drive-in-Konzept der Gewerbegebiete zu imitieren, anstatt den logischen Weg zu gehen und den Straßenraum den Fußgängern zurückzugeben.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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