Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 04. August 1998

Alternativen zum Straßenverkehr sind gefragt

SPD

Vor fast zehn Jahren begann sich Lübecks politisch-geographische Lage grundlegend zu wandeln: Aus der Stadt in der Randlage am "eisernen Vorhang" wurde ein Oberzentrum mitten in Mecklenburg-Holstein. In dieser Region leben und arbeiten mehr als eine halbe Million Menschen, die auf schnelle, bequeme und preisgünstige Verkehrsverbindungen angewiesen sind.

Seit Jahren entwickelt sich um die Ostsee eine lebendige Wirtschaftsregion. Damit wandelt sich Lübeck vom "Tor zum Norden" zum bedeutenden europäischen Marktplatz und Verkehrsknotenpunkt. Vom Lübecker Hafen und seinen Verkehrsdienstleistern erwartet die Wirtschaft Schnelligkeit, höchste Flexibilität, Kundenorientierung, maximale Lieferqualität und minimale Kosten. Diese Anforderungen werden auch an die Eisenbahn gestellt.

Unsere Stadt wuchs in den letzten Jahren schnell. Rund 4000 neue Wohnungen sind entstanden, weitere 4000 sind im Bau beziehungsweise in der Planung. Lübeck wächst auch über seine Grenzen hinaus, wie man am Aufblühen unserer Umlandgemeinden erkennen kann. Dies stellt die Stadt aber auch vor Probleme, zum Beispiel durch immer mehr Verkehrsstaus im historisch gewachsenen Straßennetz. Alternativen zum Straßenverkehr sind gefragt.

Dazu Ulrich Pluschkell, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion:

"Lübeck darf nicht am Autoverkehr ersticken. Darum setzen wir auf die Eisenbahn. Ihre Leistungsmöglichkeiten sind bei weitem nicht ausgereizt. Auch wenn die Bundesregierung den Schienenverkehr immer mehr beschnitten hat und die Bahn jetzt im Regen stehen läßt. Die SPD Lübeck will die Wende:

*Die Lübecker Häfen brauchen moderne Eisenbahnanlagen. Unser Ziel: Verdoppelung des Schienengüterverkehrs.

*Es müssen in Lübeck wieder mehr Gewerbegebiete mit Gleisanschluß gebaut werden. Damit der Güterverkehr nicht mehr an der Bahn vorbeigeführt wird.

*Die Eisenbahnstrecken nach Lübeck müssen schneller und durchlässiger gemacht werden, zum Beispiel durch eine Elektrifizierung.

*Die Züge müssen häufiger fahren und komfortabler sein, damit sie im Wettbewerb mit dem Pkw bestehen können.

*Neue Eisenbahnhaltepunkte für den Regionalverkehr müssen geschaffen werden, damit die Menschen die Bahn überhaupt wieder benutzen können.

*Die bestehenden Bahnhöfe dürfen nicht weiter verwahrlosen und müssen modernisiert werden (zum Beispiel:Park&Ride).

V.i.S.d.P.Dietrich Szameit

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