Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. November 2010

Gedenktafel für Gustav Radbruch

Jurist, Strafrechtler und Rechtsphilosoph geehrt

Prof. Dr. Gustav Radbruch war ein großer Bürger Lübecks. Er zählt als Strafrechtler und Rechtsphilosoph zu den bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts. Seit vorigem Dienstag erinnert eine Gedenktafel am Geburtshaus Radbruchs in der Fleischauerstraße 39 an die lübsche Persönlichkeit. Hans-Ernst-Böttcher, ehemaliger Präsident des Landgerichts Lübeck, würdigte in der Feierstunde zu Ehren Radbruchs das Leben und Wirken des Justizreformers. Radbruch war von 1920 bis 1924 für die SPD Mitglied des Reichstages und von 1921 bis 1923 Reichsjustizminister. Von 1933 bis 1945 unterlag er einem von den Nationalsozialisten ausgesprochenem Berufsverbot.

Geboren wurde Gustav Radbruch am 21. November 1878 in Lübeck, er starb am 23. November 1949 in Heidelberg. Radbruch setzte während seiner relativ kurzen Ministerschaft Zugang für Frauen zu juristischen Berufen und zum Schöffenamt durch, die Entgeltzahlung für Schöffentätigkeit, soziale Veränderungen im Mietrecht und praktische Veränderungen im Strafvollzug. Ideen zum Entwurf des Strafgesetzbuches, Reform des Rechts der nichtehelichen Kinder, die nähere Regelung des Rechts des Strafvollzuges und der Ehe- und Familienrechtsreform brachte Radbruch auf den Weg, umgesetzt wurden die Anstöße in den 1960er und 1970er Jahren. msn

 

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