Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 07. Dezember 2010

Schimmel im Haus?

Ursachen, Wirkung und Bekämpfung der Pilze im Innenraum

An dieser Stelle informiert Sie  der Bereich Umweltschutz über aktuelle Themen zu Umwelt und Gesundheit. Heute: Hilfe! Schimmel im Haus! Eine Information zu Ursachen, Wirkungen und Abhilfe von Schimmelpilzen im Innenraum. 

In unserer belebten Umwelt kommen Schimmelpilze als ein natürlicher Teil vor. Ihre Sporen sind fast überall zu finden, also auch in Innenräumen. Normalerweise sind sie harmlos. Zu gesundheitlichen Problemen kann es allerdings führen, wenn die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß übersteigt. Unzureichendes Lüften oder Feuchteschäden begünstigen ihr Wachstum. Ihre Sporen können allergische und reizende Reaktionen – wie Asthma, Haut- und Schleimhautreizungen oder grippeartige Symptome - auslösen.

Eine vom Umweltbundesamt (UBA) herausgegebene Broschüre informiert über Ursachen, Wirkungen und Abhilfe.

Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit zum Wachsen. Erhöhte Feuchte innerhalb von Gebäuden hat im Wesentlichen zwei Ursachen. Entweder wird sie von außen direkt  eingetragen z.B. durch

• Wassereintritt infolge Wasserschäden,

• defekte Dächer, Dachrinnen und Fallrohre,

• ungenügendes Austrocknen nach Baumaßnahmen,

• Risse im Mauerwerk, oder aber im Raum entstehende Feuchte wird unzureichend abgeführt, z.B. durch Tauwasserbildung (Kondensation) von Luftfeuchte im Bereich von kalten Wänden,

• Unsachgemäßes Heizen und Lüften

Die Feuchtigkeit in der Wohnung kann jeder überprüfen. Bereits einfache Feuchtigkeitsmessgeräte (Hygrometer) geben eine Orientierung über die relative Luftfeuchtigkeit im Raum. Um die Gefahr von Schimmelwachstum zu verringern, sollte die Feuchtigkeit in der Raumluft auf Dauer 65 bis 70 Prozent und entlang von Wandoberflächen 80 Prozent nicht überschreiten. 

Oftmals entwickeln sich Schimmelpilze im Verborgenen. Ein modriger, muffiger Geruch oder erste dunkle Flecken an Wänden, Decken oder Mobiliar weisen auf  das bestehende Problem hin. Werden Schimmelpilze entdeckt, muss gehandelt werden. Dabei müssen Maßnahmen stets darauf gerichtet sein, die Ursache zu beseitigen, insbesondere Feuchtigkeit zu entziehen und vorhandene Mängel abzustellen. Darüber hinaus muss befallenes Material, zum Beispiel Teppiche, Tapeten und gegebenenfalls auch Deckenplatten, Putz oder Einrichtungsgegenstände entfernt werden.

Von einer Bekämpfung mit Fungiziden oder Anstrichen mit fungizider Wirkung ist abzusehen. Es besteht die Gefahr, dass gesundheitsgefährliche Chemikalien im Innenraum freigesetzt werden. Darüber hinaus ist eine solche Maßnahme in der Regel nur kurzfristig wirksam. Bleibt die Ursache für erhöhte Feuchte unverändert, werden sich nach einiger Zeit erneut Pilze ansiedeln. Letzteres gilt auch für die Anwendung von „Hausmitteln“ zur Beseitigung oder Verminderung von Schimmelpilzen auf kleinern Flächen, wie z.B. 70-prozentiger Ethylalkohol bei trockenen, und  80-prozentiger Ethylalkohol bei feuchten Flächen. Im Gegensatz zu Fungiziden sind diese Hausmittel aber gesundheitlich unbedenklich und können kurzfristig helfen.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten sollten von gewerblichen Firmen durchgeführt werden. Es sollten Firmen beauftragt werden, die mit solchen Sanierungsarbeiten, den hierbei auftretenden Gefahren, den erforderlichen Schutzmaßnahmen und den zu beachtenden Vorschriften und Empfehlungen vertraut sind.

Weitergehende Informationen erhalten Sie in der erwähnten Broschüre „Hilfe! Schimmel im Haus“. Sie liegt kostenlos im Bereich Umweltschutz, Dr.-Julius-Leber-Straße 50-52, für Sie zur Abholung bereit. Darüber hinaus ist Sie beim UBA erhältlich per Telefon: 01888/305-3355, per Fax: 01888/305-3356 (jeweils zum Ortstarif), per Email: uba@broschuerenversand.de  sowie im Internet unter www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2227.pdf

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