Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 14. Dezember 2010

Integrationskonzept für die Hansestadt

Handlungskatalog soll entwickelt werden • Gleichberechtigte Teilhabe

Die Lübecker Bürgerschaft hat die Aufstellung eines Integrationskonzeptes beschlossen.  Mit diesem Konzept soll innerhalb eines breiten Beteiligungsverfahrens ein Handlungskatalog mit integrationsfördernden Maßnahmen entwickelt werden, die auf kommunaler Ebene umsetzbar sind.

Integration zielt auf die gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Migrationshintergrund an Kernsituationen der Gesellschaft, wie zum Beispiel Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen, Wohnen oder kulturelles, soziales und politisches Leben. „Bei der Integration – wenn sie erfolgreich sein will – geht es aber keineswegs nur darum, dass sich die Migrantinnen und Migranten auf die Aufnahmegesellschaft zu bewegen. Die Gesellschaft muss sich auch auf die Migrantinnen und Migranten zu bewegen und das bedeutet, dass hier auch Lernprozesse stattfinden müssen. Integration ist als beiderseitiger Prozess zu begreifen“, so Senator Schindler.

Fast 19 Prozent der Lübeckerinnen und Lübecker haben Migrationshintergrund, das sind 39.540 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, für die das zukünftige Integrationskonzept von besonderer Bedeutung ist. In der Altersgruppe der Drei- bis Fünfjährigen beträgt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund 31,8 Prozent.

Damit rückt die erfolgreiche Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus kommunaler Sicht zunehmend in den Blickpunkt des Interesses. „Das Bildungs- und Qualifikationsniveau ist in mehrfacher Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen für die soziale Teilhabe und die soziale Integration der Bevölkerung, zum anderen aber auch als wirtschaftlicher Standortfaktor, zur nachhaltigen Sicherung von Entwicklung und Lebensqualität“, so Schindler.

Das vom Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration des Landes Schleswig-Holstein geförderte Beteiligungsverfahren zur Erarbeitung des Integrationskonzeptes war als zweitägiger Workshop am 3. und 4. Dezember angelegt.  Unter Leitung der „Bertelsmann Stiftung“ haben über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zentrale Themenfelder der Lübecker Integrationspolitik herausgearbeitet, Handlungsziele formuliert und konkrete Maßnahmen entwickelt, die in der Verwaltung umsetzbar sind.

Externe fach- und sachkundige Kompetenzen aus dem Forum für Migrantinnen und Migranten, der MigrantInnenselbstoganisationen, der Migrationsfachdienste, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Wohnungswirtschaft, wie dem Lübecker Bauverein oder der Grundstücksgesellschaft Trave, debattierten angeregt mit  Fachleuten aus Politik, Verwaltung und den Schulen der Hansestadt Lübeck. 

Der ausgearbeitete Katalog mit integrationsfördernden Maßnahmen für alle gesellschaftlichen Bereiche soll im Sommer der Bürgerschaft vorgelegt werden. 

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