Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 14. Dezember 2010

Lübecks Chancen beim Schopf packen

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

Am zweitägigen Workshop „Integration“ beteiligten sich 70 Menschen der Hansestadt – nur einer mit Geburtsort Lübeck. Sie erarbeiteten einen Handlungsleitfaden eines Konzepts, der für alle hier lebenden Menschen und nicht nur für 19 Prozent der Migranten gelten soll. „Bürger“ habe ich bewusst nicht benutzt, weil wir uns nicht immer wie Bürger fühlen. Wenn, dann wie Bürger zweiter Klasse und nicht wie vollwertige Bewohner dieser Stadt. Der Leitfaden ist fertig, und am Ende hat Senator Schindler gelobt: „Es war eine riesige Arbeit!“. Nun liegt es an beiden Seiten, sich die Hand zu reichen. Denn es gilt, für diesen Katalog der guten Vorsätze auch die Zustimmung der Bürgerschaft zu bekommen. Viele sind allerdings unsicher, ob die Politiker die Zukunftschance Lübecks beim Schopf packen werden. Werden sie uns, den hier lebenden Migranten, Anerkennung für unsere Integration zollen? Werden sie unsere Leistung und Vorbildfunktion loben oder uns doch wieder als „Feindbild“ abstempeln? Migration gibt es in Deutschland seit vielen hundert Jahren. 1964 feierte die junge Bundesrepublik stolz den millionsten Gastarbeiter. Da kann es doch nicht sein, dass wir heute denjenigen, die hier ihre neue Heimat suchen, die Tür vor der Nase zuschlagen. Integration muss Priorität haben und eine zentrale Stellung bekommen. Dieses Argument muss die Bürgerschaft überzeugen. Denn Lübeck braucht weitere Fachkräfte von außen, weil sehr viele wieder auswandern. Nur eine gleichberechtigte Teilhabe und Anerkennung gibt den Menschen, deren Potential Lübeck dringend benötigt, eine Chance, sich zu integrieren.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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