Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 21. Oktober 2017

Ausgabe vom 21. Dezember 2010

Zwei Weihnachtsbotschaften

Autor: Wilfried Link

Die Linke

In diesen vorweihnachtlichen Wochen hören und lesen wir Lübecker Bürger die Botschaft der Bibel: „Ehre sei Gott in der Höh’ und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“(Lukas 2,14). Die zweite Botschaft kommt aus der Bundeshauptstadt und lautet: „Arbeitet solange, wie es eure Kraft oder der Arbeitsmarkt erlaubt, wenn nicht, dann seid ihr ausgestoßen und entwertet.“ Diesen Eindruck vermittelt auf jeden Fall die Berechnung der Leistung für Hartz IV-Empfänger: Gestrichen wurde das Glas Bier oder der Glühwein zu Weihnachten, selbst der Weihnachtsbaum – gestrichen. Das Geld für Benzin, um die Familie Weinachten zu besuchen – gestrichen. Außerdem wurde das Halten von Haustieren gestrichen und Übernachtungen selbst auf dem billigsten Campingplatz, stehen einem Hartz IV-Empfänger natürlich auch nicht zu. Ab nächsten Jahr gibt es eine Regelsatzerhöhung von fünf Euro, die noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleicht. Auch für Lübeck und andere Kommunen gibt es eine Weihnachtsüberraschung: Die Kosten für Unterkunft der Hartz IV- Empfänger werden gekürzt. Überschuldete Städte wie Lübeck müssen diesen Fehlbetrag ausgleichen. Um wenigstens einige Grausamkeiten dieser aufgezählten Regelungen abzufangen , hatten wir im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, den Bedürftigen ein Weihnachtsgeld in Höhe von 50 Euro zu zahlen, denn wir meinen, auch Hartz IV-Empfänger haben ein Recht auf eine friedliche Weihnacht. Unverständlicherweise wurde dieser Antrag von der Lübecker Bürgerschaft abgelehnt, wir aber halten diese Forderung weiterhin für gerecht.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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