Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 11. Januar 2011

Gedenken an Dr. Julius Leber

Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof

Die Lübecker SPD gedachte  am vergangenen Mittwoch mit einer Kranzniederlegung ihrem ehemaligen Vorsitzenden Dr. Julius Leber. Der Sozialdemokrat wurde am 5. Januar 1945 durch die Nationalsozialisten hingerichtet. Der Landesvorsitzende der SPD Dr. Ralf Stegner hielt am Gedenkstein auf dem Ehrenfriedhof eine kurze Ansprache. Er erinnerte an die Forderung von Leber nach Gerechtigkeit und sozialer Teilhabe im Kapitalismus. „Heute würde man das Bildungsgerechtigkeit nennen.“ Es sei gut, dass die Brockes-Schule und die Bernt-Notke-Schule jetzt gemeinsam den Namen von Dr. Leber tragen. Damit werde deutlich, dass es sich um eine Schule für alle Kinder handele.

Dr. Stegner lobte das Engagement der Lübecker im Kampf gegen den Rechtsradikalismus, das jedes Jahr im März deutlich werde. Er werde auch weiterhin den Aufruf zur Demo gegen den Aufmarsch Rechtsradikaler unterschreiben, obwohl er nicht mit allen Unterzeichnern einer Meinung sei. Der Kampf gegen Nazis sei eine Verpflichtung aller Sozialdemokraten.

Dr. Julius Leber war Chefredakteur des Lübecker Volksboten, für den unter anderem auch Willy Brandt als Schüler geschrieben hat. Im März 1933 wurde er verhaftet, weil im Rahmen einer Auseinandersetzung ein SA-Mann niedergestochen wurde. Dr. Leber wurde von Nationalsozialisten als „geistiger Urheber“ der Tat verurteilt und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. 1937 wurde er wieder entlassen.

Der Sozialdemokrat schloss sich dem bürgerlichen Widerstand an. Nach dem geplanten Putsch am 20. Juli 1944 hatte von Stauffenberg ihn als Innenminister vorgesehen. Bereits am 5. Juli 1944 wurde Dr. Julius Leber aber erneut festgenommen und in einem Schauprozess zum Tode verurteilt. Am 5. Januar 1945 wurde das Urteil in Berlin vollstreckt. Vg

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