Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 11. Januar 2011

Lübeck - ein Winter-Trauerspiel

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Lübeck ist im Winter nicht unbedingt ein Vergnügen, zumindest aus der Sicht derer, die sich auch bei Eis und Schnee fortbewegen wollen und nicht gemütlich zu Hause sitzen können. Der vergangene Winter, in dem auf Straßen, Rad- und Fußwegen wochenlang das Chaos herrschte, ist uns noch gut in Erinnerung. Die Wut und Aufregung darüber war groß und beschäftigte auch viele Male die Politik. Alles sollte besser werden, versprachen uns immer wieder die Verantwortlichen für die Räumdienste – ein Versprechen, das nicht viel wert war, wie uns die Vorweihnachtstage zeigten. Abgesehen von einigen Ausnahmen war alles wie immer: Viele Straßen blieben bis zum Einsetzen des Tauwetters vereist und kaum passierbar. Die vielen Lübecker, die auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen auf das Rad angewiesen sind, litten unter nicht geräumten Radwegen, Schneehaufen und Eisflächen, die das Fortkommen regelrecht gefährlich machte, an manchen Stellen sogar unmöglich. Beispiel Brandenbaumer Landstraße: Auf dem Kilometer langen separaten Radweg neben der Fahrbahn wurde kein einziges Räumfahrzeug gesehen, obwohl dies einer der meistbefahrenen Radwege ist und eine wichtige Verbindung von Eichholz und Herrnburg mit der Innenstadt darstellt. Auch auf der noch stärker genutzten Fackenburger Allee, konnte man allenorts fluchende Radfahrer erleben. Der Winter hat gerade erst angefangen und kann uns noch wochenlang Schnee und Eis bringen. Müssen wir uns etwa damit abfinden, dass hierzulande bereits ein normales Winterwetter das öffentliche Leben derart behindert als lebe man fortwährend im Ausnahmezustand?

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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