Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 25. Januar 2011

Lust auf Laube und Liebstöckel

Natur und Kultur in Lübecker Kleingärten • Comeback der grünen Oasen

Jägerzaun, Gartenzwerge und gezirkelte Beete – so stellt man sich den typischen Kleingarten vor. Doch die Realität sieht anders aus: Der Schrebergarten erlebt ein Comeback.

Immer mehr Familien mit Kindern haben heute einen Kleingarten – und gestalten ihn mit Freude und viel Kreativität. Für sie ist das Grundstück im Grünen Ausgleich für die enge Stadtwohnung.

Das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck widmet sich diesen grünen Oasen in der Sonderausstellung Lust auf Laube und Liebstöckel – Natur und Kultur in Lübecker Kleingärten , die bis zum 31. Juli gezeigt wird.

„In Lübeck gibt es ungefähr 10000 Kleingärten. Diese Grundstücke im Stadtgebiet sind grüne Paradiese und ökologisch wertvoll für uns alle. Was unsere Ausstellung betrifft: Wir werden das Thema „Kleingarten“ von vielen Seiten betrachten – die Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf eine sehr facettenreiche Präsentation freuen“, erklärte die Leiterin des Museums, Dr. Susanne Füting.

Die Sonderausstellung blickt in die Vergangenheit des Kleingartenwesens in Lübeck, beleuchtet ökologische Aspekte in einem modernen Kleingarten und gewährt Einblicke in ganz persönliche Paradiese. Gleichzeitig macht sie Lust darauf, einen kleinen Garten zu bewirtschaften.

Die Kulturhistorikerin Dr. Karen Meyer-Rebentisch und die Biologin Kirstin Tiedemann haben Geschichte, Gegenwart und Zukunftsvisionen zu den Lübecker Kleingärten auf mehr als 130 Bildtexttafeln anschaulich und informativ dargestellt. Eingangs zeigen ein halbes Dutzend Stationen die spannende Entwicklung in der Region.

Bereits seit mehr als 100 Jahren schaffen Kleingärten in Lübeck einen wertvollen Ausgleich zur verdichteten innerstädtischen Bebauung. Historische Themen sind z.B. die ersten Arbeitergärten in Lübeck, die Situation der Gartenfreunde während des Nationalsozialismus sowie in Kriegs- und Nachkriegszeit.

Anschließend gewähren ein Dutzend Gartenfreunde den Besuchern einen Einblick in ihr ganz persönliches Paradies. So lernt man die Gärten als Jungbrunnen, als Oase, Biotop, Galerie oder aber naturnahen Spiel- und Tobeplatz kennen.

Nicht fehlen dürfen in einem modernen Kleingarten die ökologischen Aspekte. Aus der Erfahrung der Gärtnerinnen und Gärtner gibt die Ausstellung Anregungen zur naturnahen Bewirtschaftung, zur Freude an Artenvielfalt und leckerem Öko-Gemüse und –Obst aus eigener Produktion. Auf Initiative des Vereins Grüner Kreis Lübeck e.V. entstand zunächst das Buch „Lust auf Laube und Liebstöckel“, das die Basis für die gleichnamige Ausstellung bildet. Das Ausstellungsprojekt „Lust auf Laube und Liebstöckel“ wurde maßgeblich von der Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung und dem Deutschen Verband Frau und Kultur Gruppe Lübeck gefördert.

Das Museum dankt allen Stiftungen und Förderern ganz herzlich, insbesondere dem Verein Grüner Kreis Lübeck e.V.

Weiterhin haben eine Vielzahl von Personen und Institutionen geholfen. Dank gilt auch den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern, die bereitwillig ihre Gärten öffneten.

Das Buch „Lust auf Laube und Liebstöckel. Lübecker Kleingärtengeschichte(n)“ von Dr. Karen Meyer-Rebentisch ist im Auftrag des Vereins Grüner Kreis Lübeck e.V. im Lübeck Verlag erschienen. Preis: 7,80 Euro. Erhältlich im Lübecker Buchhandel sowie im Museum für Natur und Umwelt. Zu bestellen über shop@buddenbrookhaus.de oder über www.luebeck-verlag.de.

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