Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 01. Februar 2011

Verkaufsverbot als erster Schritt

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Um die Jugend zu schützen, müssen wir die Alkohol-, Drogen- und Gewaltprävention konsequent ausbauen. Dazu gehört auch, den Verkauf von Alkohol zur Nachtzeit zu verbieten. Diesen Standpunkt hat der Lübecker BUNT schon vor drei Jahren in seinem Wahlkonzept formuliert. In Sachen Alkohol ist bislang jedoch nicht viel passiert. Wir begrüßen daher die erneute Diskussion um ein generelles nächtliches Verkaufsverbot, das von Gesundheitsexperten, Medizinern, Psychologen und Drogenexperten schon lange gefordert wird und mit Hilfe der Politik endlich umgesetzt werden sollte. Dass vor allem Tankstellenbetreiber sich gegen ein Verbot aussprechen, ist aus ihrer Interessenslage heraus verständlich, weil vor allem an Wochenenden deren nächtlichen Umsätze von Bier, Wein und Spirituosen beträchtlich sind. Nicht nachvollziehbar ist jedoch das Argument, ein Verbot würde nicht wirken, weil sich die Jugendlichen dann eben vor Anbruch der Sperrzeit mit Alkohol eindecken würden. Wer Kinder hat, weiß, dass dies so nicht stimmt. Im Zeitalter von Handy, SMS und Internetkommunikation, findet die Jugend meist spontan und kurzfristig zusammen. Ein geplanter, vorheriger Einkauf von größeren Mengen Alkohol scheidet somit meist aus, obwohl er wesentlich preisgünstiger ist, als der nächtliche Kauf an einer „Tanke“. Ein begrenztes Verkaufsverbot, beispielsweise zwischen 22 und 5 Uhr, würde somit durchaus Wirkung zeigen, auch wenn es nur ein erster Schritt sein würde. Denn allen Experten ist bewusst, dass damit allein dem Problem nicht beizukommen ist und weitere Anstrengungen und Konzepte benötigt werden.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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