Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 08. Februar 2011

Hafen schreibt wieder schwarze Zahlen

Fast zwei Prozent mehr Umschlag • Überwindung der Wirtschaftskrise

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) ist auf gutem Wege, die Wirtschaftskrise zu überwinden. LHG-Aufsichtsratsvorsitzender Björn Engholm: „Allen Schwierigkeiten zum Trotz hat die LHG-Gruppe in 2010 gut gewirtschaftet. Nach dem Minus von rund fünf Millionen Euro im Krisenjahr 2009 werden wir in 2010 ein ‚schwarzes’ Ergebnis erreichen.“

Im vergangenen Jahr wurden im Lübecker Hafen mit 26,74 Millionen Tonnen knapp zwei Prozent mehr umgeschlagen als 2009 (26,30 Millionen). Der Umschlag bei der LHG hatte daran einen Anteil von 24,48 Millionen Tonnen (Vorjahr: 24,09). Damit zeigt sich der Lübecker Hafen zwar auf gutem Wege, die massiven Auswirkungen der Wirtschaftskrise langsam zu überwinden. Die Konjunkturbelebung im Ostseeraum, insbesondere in Schweden und Finnland, steht jedoch noch auf schwachen Füßen. 

Die Anzahl der bei der LHG umgeschlagenen Container stieg um zirka sechs Prozent auf 84.000 Einheiten (126.000 TEU). Im Papierbereich stieg die Zahl der umgeschlagenen Tonnage um 14 Prozent auf 3,34 Millionen Tonnen. Zusammen mit den Mengen eines privaten Hafenbetreibers bleibt Lübeck damit der größte europäische Hafen für den Umschlag von Papier. Mit 92.000 Ex- und Import-Pkw wurden in 2010 rund 44 Prozent mehr umgeschlagen als im Vorjahr. Die Zahl der abgefertigten Passagiere stieg bei der LHG um 15 Prozent auf 412.000. Die Anzahl der bei der LHG umgeschlagenen Trailer und Lkw lag 2010 mit rund 710.000 Einheiten knapp unter dem Niveau des Vorjahres (719.000). Auffällig ist hier eine Verringerung der Mengen Südschweden-Verkehr. Die Stagnation der für den Hafen sehr wichtigen Trailerzahlen liegt zum einen in der Ausweitung von Bahnverkehren im Südschweden-Verkehr über feste Landverbindungen, insbesondere in 2010. Trailer werden verstärkt über die Schiene von und nach Deutschland befördert. Der Hafen und seine Tochterfirmen werden für 2011 weiter versuchen, mit verbesserten Angeboten beim Hinterlandtransport gegen zu steuern und Einfluss zu nehmen, den Verkehrsweg über Lübeck noch günstiger und effektiver zu gestalten. Auch der Weggang einer Fährlinie nach Kiel führte beim Trailerumschlag zu negativen Effekten.

Für 2011 erwartet die LHG ein verhaltenes Wachstum. Der Umschlag, so die Hochrechnung,  wird um ca. drei Prozent ansteigen. Das Ergebnis dürfte im positiven Bereich liegen. Außergewöhnliche Investitionen in Infra- und Suprastruktur sind 2011 nicht vorgesehen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze innerhalb der LHG-Gruppe soll mit rund 1000 in etwa gleich bleiben.

Die LHG will sich verstärkt um weitere Unternehmens-Ansiedlungen im Hafenbereich bzw. den angrenzenden Gewerbegebieten bemühen. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise durch die Firmen Finnforest am Nordlandkai oder Brüggen am Konstinkai Weichen für eine positive Zukunftsentwicklung der Hansestadt Lübeck und die Schaffung neuer Arbeitsplätze gestellt. 2011 wird dies mit dem Windenergie-Unternehmen Vestas im Bereich des Skandinavienkais und dem Holzumschlag des Claus Rodenberg Waldkontors am Konstinkai weitergehen.

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