Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 08. Februar 2011

Böses Erwachen aus naiven Träumen

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Mit der Funk- und TV-Akademie hat nun schon der vierte „Uni“-Betrieb in den Lübecker Media-Docks pleite gemacht und hinterlässt Schulden und frustrierte Studenten. Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf die lärmend inszenierten Pläne des Bürgermeisters, der kurz nach seinem Amtsantritt die Media Docks zu seinem persönlichen Lieblingsprojekt und Hoffnungsträger für Lübecks Wirtschaftsentwicklung hochstilisiert hatte. Dafür setzte er Millionen städtischen Gelds ein. Die maroden Lagerschuppen wurden aufwändig umgestaltet und ausgebaut. Man schaffte modernste Technik und Ausstattung an und richtete Radio- und TV-Studios ein. Alles war vom Feinsten und gerade gut genug für den Traum einer „Medien-Uni“, als Zentrum einer aufblühenden digitale Dienstleistungsbranche. Von Herrn Saxe als „beispielhaftes Infrastrukturprojekt mit enormen Wachstumschancen“ und „Lübecks Tor in das digitale Zeitalter des 21. Jahrhunderts“ gepriesen, entpuppt sich das Ganze schon nach wenigen Jahren als naive Träumerei und millionenschweres Verlustgeschäft.

Anstelle von Hunderten neuen Arbeitsplätzen, beherbergen die Media Docks heute lediglich umgesiedelte Lübecker Betriebe oder Firmen, die mit neuen Medien im Kern nichts zu tun haben. Uns erinnert dieser Niedergang an die Träumereien von einem rentablen Lübecker Flughafen, der von den gleichen Leuten als himmelstürmendes Lübecker Leuchturmprojekt hochgejubelt wurde und derzeit vergeblich gegen seine Bauchlandung ankämpft. Wundert sich da noch jemand über Lübecks Schuldenberg und Unregierbarkeit infolge von nicht mehr vorhandenen finanziellem Spielraum?

V.i.S.d.P.: Dr. H.  Stamm

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