Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 15. Februar 2011

„Wir sind 100“

Große Feier zum 100. Frauentag im Lübecker Kolosseum

Auch der Frauentag wird 100… Ehrengast am 8. März ist die österreichische Soziologin Edit Schlaffer, Vorsitzende von Frauen ohne Grenzen und eine der „wichtigsten Leitfiguren des 21. Jahrhunderts“. „Der 100. Geburtstag des Frauentags ist ein Grund zum Feiern, aber auch ein Tag, um Bilanz ziehen“, sagt die Frauentagsinitiative, die seit vier Jahren in Lübeck den 8. März an wechselnden Orten und mit wechselnden Themen lustvoll feiert. Dieses Jahr unter dem Motto: „Wir sind 100.“

Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin rief den Frauentag ins Leben: Im März 1911 wurde er zum ersten Mal begangen, später verkam er zum „sozialistischen Muttertag“, bevor die UNO im Jahr 1977 den 8. März zum Internationalen Frauentag erklärte, dem Tag für die Rechte der Frau und des Weltfriedens.

„Wir sind 100“ – ein Anlass, zurück und in die Zukunft zu blicken: Was hat uns die Frauenbewegung gebracht, privat und politisch, lokal und global? Kaum eine ist so kompetent, diese Fragen zu beantworten wie die österreichische Soziologin Edit Schlaffer. Seit den 1970er Jahren haben ihre Bücher immer wieder Aufsehen erregt und Frauen bewegt mit Themen wie: Die ganz gewöhnliche Gewalt in der Ehe. Rückwärts und auf Stöckelschuhen. Grenzenlos weiblich. Kill Barbie! Viel erlebt und nichts begriffen – Die Männer und die Frauenbewegung. Glücklich trotz Mann.

Heute ist die Wienerin Vorsitzende von „Frauen ohne Grenzen“. Ihr Credo: „Ich glaube nicht an das Gute in der Welt, sondern daran, dass wir das Böse bezähmen können.“ Deshalb sucht sie mit SAVE neue Antworten auf eine der großen globalen Herausforderungen unserer Zeit. „Sisters Against Violent Extremism – Schwestern gegen gewalttätigen Extremismus“ – ist die erste weibliche Anti-Terror-Plattform, die Opfer und Überlebende von Terrorattacken, Aktivistinnen, Meinungsbildnerinnen, Friedensexpertinnen von Lateinamerika bis Afrika, Asien, den Mittleren Osten und Europa zusammen bringt. Deshalb wurde Schlaffer im Jahr 2010 in den USA von einer führenden Nachrichtenagentur zu einer der „wichtigs-ten Leitfiguren des 21. Jahrhunderts“ gewählt.

„Wir sind stolz, dass Edit Schlaffer am 8. März nach Lübeck kommt“, freuen sich die Lübecker Organisatorinnen und betonen, dass die Gäste an diesem Abend außer Kurzvorträgen und Gesprächen mit dem Ehrengast auch Auftritte der Schauspielerinnen Rebecca Indermaur und Susanne Höhne erwarten. Für Musik ist ebenfalls gesorgt, es spielt das Trio „groß&artig“: Valeska Rau (Gesang), Jella Großmann (Kontrabaß/Gesang) und Derek Fobaire (Klavier/Gesang).

Im Foyer des Kolosseums sind nicht nur die 100 Lübecker Frauenporträts der Fotografin Anja Doehring zu sehen, die dem Frauenfest sein unverwechselbares Gesicht geben, sondern auch Fotos des Frauenhausprojektes „Mit den Augen einer Frau - Mein Lübeck“.

In der Pause und nach der Veranstaltung ist Zeit zum gemütlichen Beisammensein und für Gespräche im Foyer, wo Getränke und Essen zum Verkauf angeboten werden. Außerdem gibt es einen Büchertisch der Buchhandlung Arno Adler.

Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet zehn Euro (ermäßigt acht Euro. Karten sind in der Buchhandlung Arno Adler, Hüxstraße 55, Telefon 0451/74466, erhältlich. Weitere Infos zu Edit Schlaffer sind unter www.frauen-ohne-grenzen.org zu finden.

Rahmenprogramm: 

Ausstellung: 4. bis 13. März  Großer Börsensaal im Rathaus „Mit den Augen einer Frau – Mein Lübeck“. Fotoausstellung und Projekt des Autonomen Frauenhauses Lübeck. Ganztags geöffnet. Der Eintritt ist frei.

8. März, Foyer Kolosseum: Fotowand

Film im Koki: „Alles für meinen Vater“ am Montag, 7. März, 20.30 Uhr, im Kommunalen Kino Koki, Mengstraße 35. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt vier Euro. Mehr Infos unter www.kinokoki.de.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de