Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 15. Februar 2011

Zynismus stopft kein Haushaltsloch

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

In der Rathauskasse herrscht seit Jahren gähnende Leere: Die Hansestadt gibt chronisch mehr Geld aus als sie einnimmt. Der Kampf gegen den wachsenden Schuldenberg ist daher eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Zukunftsaufgabe für Verwaltung und Politik. In sofern sind Vorschläge zum Sparen jederzeit willkommen, auch wenn sie noch so unpopulär erscheinen. Allerdings muss es auch möglich sein, Ideen zu verwerfen, die mehr Schaden als Nutzen verursachen. Beispiel: Der Vorschlag, den jährlichen Zuschuss für die beiden Naturschutzprojekte Dummersdorfer Ufer und Landwege e.V. zu streichen und damit auch die Landeszuschüsse zu stoppen. 82.000 Euro sollen so jährlich eingespart werden. Es ist jedoch zu erwarten, dass beide Umweltinitiativen, die vorwiegend von ehrenamtlichem Engagement getragen werden, auf diese Weise kaputt gemacht werden. Den Schaden tragen nicht nur Natur und Umwelt, sondern vor allem auch Heranwachsende, die von den beiden Projekten in hohem Maße profitieren. Ganze Schulkassen verbringen Tage und Wochen auf dem Ringstedtenhof, wo Landwege ihnen Umweltschutz, biologischen Landbau und gesunde Ernährung nahebringt und einen Naturkindergarten betreibt. Auch am Dummersdorfer Ufer wäre eine Naturkita gefährdet. In dem einzigartigen Naturschutzareal an der Trave finden themenbezogene Besuche von externen Kindergärten und Projekttage für Schulklassen statt. Angesichts der Millionen, die Lübeck ungerührt in den Flughafen und andere Prestigeobjekte versenkt, halten wir es geradezu für zynisch, hier mit Notwendigkeiten der Haushaltssanierung zu argumentieren!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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