Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 22. Februar 2011

Gesunde Luft im Wohnraum

Wie eine Schadstoffanreicherung vermieden werden kann

An dieser Stelle informiert Sie  der Bereich Umweltschutz über aktuelle Themen zu Umwelt und Gesundheit. Heute: Gesunde Luft im Wohnraum. Wie man eine Schadstoffanreicherung vermeiden kann.

 Wir halten uns heute durchschnittlich 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen auf. Dabei atmen wir am Tag je nach Alter und Aktivität zehn bis 20 Kubikmeter Luft ein. Im Massenvergleich „konsumieren“ wir täglich weitaus mehr Luft, als an Lebensmitteln und Trinkwasser. Ein Grund mehr, auch hier auf gesunde „Kost“ zu achten.

Beim Einatmen von Innenraumluft sind wir Risiken, die durch die Anwendung von Produkten oder das Vorhandensein bestimmter Einflüsse in den Räumen entstehen, in hohem Maße ausgesetzt. Durch eine zunehmende Abdichtung der Innenräume (dicht schließende Fenster und Türen) und ungenügendes Lüften können sich bei zu hoher Luftfeuchtigkeit im Innenraum außer  Schadstoffen auch Allergene, wie sie zum Beispiel von Schimmelpilzen oder Hausstaubmilben gebildet werden, anreichern. Fast immer ist die Qualität der Raumluft schlechter als die der Außenluft.

Tabakrauch, Ausdünstungen aus Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen sowie Schädlingsbekämpfungsmittel, zum Beispiel aus Teppichen, können hier vorhanden sein. Durch Anwendung schadstoffhaltiger Haushaltsprodukte oder lösemittelhaltiger Farben und Lacke können diese Substanzen über die Atmung oder die Haut aufgenommen werden. So können Sie einer Schadstoffanreicherung im Wohnraum entgegenwirken:

• Konsequentes, richtiges Lüften – tägliches, mehrmaliges Stoßlüften (weitgeöffnete Fenster), von mindestens fünf, in Abhängigkeit von der Außentemperatur besser zehn Minuten. Nur so ist ein Luftaustausch, also eine Erneuerung der Raumluft und eine Abführung gas- und staubförmiger Verunreinigungen sowie der durch den Menschen produzierten Stoffwechselprodukte (Kohlendioxid, Gerüche, Wasserdampf) bei gleichzeitiger Frischluftzufuhr von außen zu gewährleisten.

• Bevorzugen Sie beim Kauf von Produkten wie Farben oder Klebern schadstoffarme Produkte.

• Auch Möbel oder Teppiche können, speziell wenn sie neu sind, zu einer Belastung der Raumluft führen. Bei Importprodukten können gelegentlich auch noch Stoffe enthalten sein, die bei uns schon lange verboten sind. Für viele schadstoff- und emissionsarme Produkte gibt es inzwischen das Umweltzeichen „Blauer Engel“ (www.blauer-engel.de).

• Eine moderne Heizungsanlage und das Kochen auf einem Elektroherd kann die Belastung der Innenräume mit Verbrennungsprodukten reduzieren.

• Unangenehme Gerüche, zum Beispiel auf der Toilette, sollten nicht mit Raumsprays, Toilettensteinen oder Ähnlichem bekämpft werden. Ausgiebiges Lüften und regelmäßiges Putzen haben hier, was die Gesundheit angeht, einen wesentlich günstigeren Effekt.

• Nicht zuletzt, verzichten Sie aufs Rauchen. Auch Räucherstäbchen, Duftkerzen oder Öllämpchen sollten aus Vorsorgegründen nicht verwendet werden. Hier, genauso wie für vermeidbare Raumsprays gilt: Was der Nase gefällt, muss für die Gesundheit nicht automatisch gut sein. Manche duftenden Produkte enthalten Substanzen, von denen bekannt ist, dass sie Kontaktallergien auslösen oder relevant für andere Unverträglichkeiten sein können.

Bestimmte Duftstoffe – wie zum Beispiel Moschusverbindungen – sind zudem in der Umwelt nur schwer abbaubar und reichern sich über die Zeit in Umwelt, Mensch und Tier an.

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