Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. Februar 2011

Leiharbeit stoppen!

Autor: Ragnar Lüttke

Die Linke

Liebe Leserinnen und Leser: Stellen sie sich doch einmal vor, sie wären Besitzer einer Wohnung, die 400 Euro Miete einbringen soll. Nun kommt ein Makler auf sie zu, und hat folgendes Angebot: Er will ihre Wohnung für 100 Euro mieten und dann weiter vermieten. Was für ein Dumpingpreis, denken sie, natürlich. Besser als Leer- stand, sagen sie sich. Aber damit nicht genug, der Makler möchte die 100 Euro nur zahlen, wenn er die Wohnung für 400 Euro weitervermietet hat. Sie meinen, das ist ein verrücktes Angebot: Weit gefehlt, dass ist die Praxis in der Leiharbeitsbranche, wo Arbeitnehmer oft nur ein viertel von dem verdienen, was Firmen für „Leiharbeiter“ an die Verleihfirmen überweisen. Hier fungiert die Leiharbeitsfirma praktisch als Makler. Natürlich wundert es da nicht, das Leiharbeiter weit weniger verdienen als ihre festangestellten Kollegen. Dieses Geschäft, das man auch moderne Sklaverei nennen kann, gewinnt seit den Hartz-Gesetzen 2005 immer mehr Konjunktur in Deutschland. Auch in Schleswig-Holstein steigt die Zahl Leiharbeiter, besonders nach den Hartz-Gesetzen im Jahre 2005, kontinuierlich an. DIE LINKE stellt sich gegen dieses menschenunwürdige Treiben auf dem Deutschen Arbeitsmarkt. Die Fraktion DIE LINKE in Lübeck stellt den Antrag in der Lübecker Bürgerschaftssitzung im Februar, dass es keinen Einsatz von Zeit- und Leiharbeitern in der Verwaltung und städtischen Betrieben mehr geben darf. Wir finden, dass die Hansestadt Lübeck beim Verhindern dieser unwürdigen Praktiken als gutes Beispiel vorangehen sollte.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de