Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 22. Februar 2011

Die Ohnmacht der Mandatsträger

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Mehrheit der Mandatsträger hält ihren Einfluss in der in der Politik für gering und Veränderungen in der Gesellschaft nur dann für möglich, wenn sich die Bürger selbst stärker um ihre Belange kümmern und sich mehr einbringen. Dies ist das auffälligste Ergebnis der aktuell größte Abgeordneten-Studie unter rund 2000 Politikern in Bund, Ländern und Städten, für die auch wir befragt wurden. Dass sich die oftmals in der Öffentlichkeit angefeindeten Politiker selbst für einflusslos halten, hat ein erstaunliches Echo in den Medien gefunden. Als einer der Gründe für das Ohnmachtsgefühl, das aus „demokratietheoretischer Perspektive bedenklich“ genannt wird, vermuten die Umfrageforscher die vielfältigen Zwänge von Fraktionen und Parteiapparaten und die Arbeitsteilung in den Parlamenten, bei der Einzelne den Überblick verlieren. Für uns als kleine Wählerinitiative ist der Befund ebenfalls überraschend, obwohl das Ohnmachtsgefühl ein ständiger Begleiter unserer Arbeit ist. Dies hielten wir jedoch für ein Folge unserer fehlenden finanziellen und personellen Ausstattung. Dass unsere Kollegen der großen Parteien ähnlich fühlen, ist für uns jedoch eine Neuigkeit, über die es sich nachzudenken lohnt. Als Ausweg aus dem Dilemma sehen die Forscher die Notwendigkeit, die Bürger stärker zu beteiligen und für mehr Transparenz zu sorgen. Dass es hieran mangelt, ist uns Lübecker Bürgerschaftsmitgliedern bewusst. Aber immerhin: Einmal pro Woche können wir mit Ihnen an dieser Stelle Kontakt aufnehmen. Auf dieser Grundlage muss die Öffentlichkeitsarbeit aber unbedingt weiter ausgebaut werden.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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