Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 01. März 2011

Empfang für Gunter Demnig

Künstler verlegte bereits über 22.000 Stolpersteine

Um seine „Stolpersteine“ kommt in Lübeck niemand herum, sie liegen unübersehbar in vielen Straßen. Der Künstler Gunter Demnig verlegte bereits 100 Stolpersteine in der Hansestadt; in Deutschland und Europa sind es über 22.000 in etwa 530 Städten. Seit 1993 ist der Kölner unterwegs und erlebt seitdem eine große Resonanz auf sein Lebenswerk. Das Projekt gilt der Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Roma und Sinti, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas, an die Opfer der Euthanasie und an Deserteure während der Zeit des Nationalsozialismus.

Gunter Demnig zu Ehren gab Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD) einen Empfang im Audienzsaal und bedankte sich bei ihm für seine wichtige Arbeit: „Jeder, der die Aufschrift, die immer mit ,Hier wohnte…’ beginnt lesen will, muss sich bücken. Das ist eine symbolische Verbeugung vor den Opfern“. Zu lesen sei dann der Name, das Geburtsjahr, das Jahr der Deportation oder Verhaftung, das Datum der Ermordung. Mit jedem der kleinen Gedenksteine wird so der Name eines Menschen vor der letzten selbst gewählten Wohnung sichtbar.

Im Jahr 2003 verlegte Gunter Demnig den ersten Stolperstein in Lübeck in Gedenken an Erich Mühsam vor dem Buddenbrookhaus. Mithilfe der Initiative für Stolpersteine in der Hansestadt, die recherchierte und Vorbereitungen traf, folgten viele weitere. Die nächsten 20 Verlegungen sind für den Monat Mai geplant.          msn

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