Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 01. März 2011

Augenmaß beim Ikea-Einkauf

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Mit der Ansiedlung von Großprojekten hat Lübeck wenig Glück. Nachdem der Möbelriese Dodenhof nach jahrelangem Hickhack abgesprungen ist und Lübeck weiter auf die Bebauung des Areals in Genin wartet, kommt nun auch die herbeigesehnte Ansiedlung von Ikea ins Gerede. Die Landesregierung verlangt im Hinblick auf den Schutz des Einzelhandels in den Nachbargemeinden und der Lübecker Altstadt eine Begrenzung der Großplanung. Ob die öffentliche Beschimpfung der Landesregierung durch Lübecker Politiker und den Bürgermeis-ter hilfreich ist oder dem Ansiedlungsvorhaben eher schadet, mag jeder selbst beurteilen. Fakt ist jedoch, dass man wegen der Ansiedlung durchaus geteilter Meinung sein kann. Gegen ein weiteres Möbelhaus in Dänischburg gibt es wenig einzuwenden, wohl aber gegen weitere Verkaufsflächen für innenstadtrelevante Waren. Dies ist keine Willkür sondern macht durchaus Sinn. Denn wenn es schon zweifelhaft ist, ob Möbelkunden nach einer Fahrt nach Dänischburg anschließend noch einen Einkaufsbummel in die Innenstadt machen werden – auch die Tunnelmaut wird hier abschrecken - ist noch weniger eine Belebung des Lübecker Einzelhandels zu erwarten, wenn alle Einkaufsbedürfnisse auf dem neuen Areal in Dänischburg abgewickelt werden können. Die Begrenzung des Angebots und der Marktgröße ist somit keine Schikane sondern ein wichtiger Abwägungsprozess. Dass die Landesregierung möglicherweise neutraler urteilt als einige Entscheidungsträger in Lübecks, sollte man nicht von vorneherein ausschließen. Denn verödete Innenstädte aufgrund von Fehlplanungen auf der Grünen Wiese gibt es genug.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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