Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 08. März 2011

Wo sich Lübeck arm spart

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

„Lübeck spart sich arm.“ Unter dieser Überschrift protestieren derzeit eine Reihe von Tourismus-Lobbyisten gegen den Beschluss der Bürgerschaft, im neuen Haushalt 100.000 Euro bei der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH einzusparen. Bei einem Gesamtverlust von 2,1 Millionen Euro pro Jahr sind das weniger als 5 Prozent. Und deshalb sollen plötzlich die Tourismusgewinne wegbrechen und Lübeck gar arm werden? Kaum zu glauben. Wir möchten daher lieber an das aktuelle Haushaltsloch erinnern, das 2011 immer noch 91 Millionen Euro tief ist – eine desaströse Finanzsituation, der normalerweise alle nicht verpflichtenden Ausgaben zum Opfer fallen müssten. Tourismusförderung und Stadtmarketing sind nun mal keine Pflichtaufgaben. Vor diesem Hintergrund handelt es sich um eine ausgesprochen moderate Kürzung, die nicht zu beanstanden ist. Dies gilt nicht für die ständigen Kürzungen im Bereich der Infrastrukturpflege. Lübeck gibt seit Jahren zu wenig aus für die Reparatur von Straßen und Wegen und vernachlässigt seit langem die Instandhaltung seiner Gebäude. Das sind in Wirklichkeit die Versäumnisse, die Lübeck schaden. Denn die Schäden werden immer größer und verschlingen am Ende viel mehr Geld, als wenn man immer genug für die Pflege ausgegeben hätte. Hier spart sich Lübeck arm, aber nicht daran, dass eine städtische Gesellschaft statt mit 2,1 Millionen Euro Verlustausgleich nur noch mit 2 Millionen rechnen kann. Denn auch diese Summe ist letztlich viel zu hoch und wird sich Lübeck auf Dauer nicht leisten können. Dieser Logik werden sich auch die Lobbyisten nicht verschließen können.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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