Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 15. März 2011

Wie klimafreundlich sind Ihre Kleider?

Anregungen und Tipps fürs umweltbewusste Shoppen

An dieser Stelle informiert Sie der Bereich Umweltschutz über aktuelle Themen zu Umwelt und Gesundheit. Heute:  Wie klimafreundlich sind Ihre Kleider? Anregungen und Tipps fürs umweltbewusste Shoppen. 

Sie, die Verbraucherinnen und Verbraucher sind die Trendsetter beim Einkaufen umweltfreundlicher Produkte. Das zeigt die Umweltbewusstseinsstudie 2010 des Umweltbundesamtes (UBA). Es wurde ermittelt, dass zwei von drei Befragten gezielt Produkte kaufen, deren Herstellung die Umwelt nur gering belastet.

Nachfolgend ein paar Anregungen und Hintergrundinformationen: Baumwolle, Schafswolle oder Kunstfaser, eine pauschale Aussage dazu, welche Faserart am  klimafreundlichsten ist, lässt sich laut dem Umweltbundesamt nicht treffen.  Maßgeblich seien die Randbedingungen der Produktion:

Die Herstellung von Chemiefasern (synthetische und cellulosische) erfordern einen hohen Energieaufwand. Bei synthetischen Chemiefasern ist zu berücksichtigen, dass die meisten Fasern aus nicht erneuerbaren Rohstoffen produziert werden. Der Verwendung von Recyclingfasern (z.B. aus gebrauchten PET-Flaschen) kann die Klimabilanz erheblich verbessern.

Die CO2-Emissionen beim Baumwollanbau hängen stark vom Grad der Mechanisierung beim Baumwollanbau und von den eingesetzten Düngemitteln und Pestiziden ab. Sie können unter Umständen fast so hoch sein wie für synthetische Chemiefasern. Bio-Baumwolle hat eine deutlich bessere Klimabilanz als konventionelle Baumwolle (und als Chemiefasern), da weniger Düngemittel und Pestizide eingesetzt werden.

Auch die Erzeugung von Schafwolle ist klimarelevant. So entstehen bei der Schafhaltung Methanemissionen (Klimawirksamkeit 22-mal so groß wie von CO2) durch die Verdauung. Diese können allerdings nicht alleine der Wollherstellung zugeschrieben werden, da die Schafe vor allem zur Fleischerzeugung gehalten werden. Die Wäsche der Rohwolle kann je nach Prozessführung ebenfalls mit hohen CO2-Emissionen verbunden sein. Durch Verzicht auf Pestizide und Insektizide bei der Schafhaltung und durch verringerten Energieeinsatz bei der Rohwollwäsche kann die Klimabilanz für Schafwolle verbessert werden.

Neben der Klimarelevanz und anderen Umweltbelastungen sollten für die Bewertung der Faserarten auch die Produktionsbedingungen berücksichtigt werden. Es ist zwar nicht einfach, Kleidung zu finden, die zugleich ökologisch und unter fairen sozialen Bedingungen gefertigt wird, aber auch  nicht unmöglich. Achten Sie auf das Fairtrade-Label. Das internationale Siegel kann entweder als Anhänger oder als eingenähtes Etikett das Produkt kennzeichnen. Es garantiert, dass die Baumwollproduzenten einen fairen und stabilen Preis für ihre Baumwolle erhalten. Im Jahr 1992 startete der gemeinnützige Verein Transfair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Fairtrade ist wie die anderen Labels keine Marke und handelt auch nicht selbst mit Waren. Der Verein vergibt vielmehr sein Siegel für fair gehandelte Produkte aller Art.

Ein Siegel, welches die Umweltverträglichkeit berücksichtigt, kann der „Blaue Engel“ sein. Die Kriterien dafür hat die Jury Umweltzeichen Anfang Dezember 2010 in Berlin beschlossen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen sich darauf verlassen können, dass Textilien und Schuhe mit dem Blauen Engel keine gesundheitsbelastenden Chemikalien enthalten und auch hohe Umweltstandards in der Produktion erfüllen. Fragen Sie danach und bedenken Sie bitte auch, dass neben der Art und Herstellung, für die Umwelt entscheidend ist, die Menge an Textilien die pro Person konsumiert wird zu reduzieren und sie bei möglichst niedrigen Temperaturen zu waschen. Kaufen Sie weniger, dafür bewusster. Qualität statt Quantität.

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