Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 15. März 2011

Armut droht trotz Migration

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

Am 22. März findet im Dräger-Forum von 18 bis 20 Uhr die 5. Lübecker Armutskonferenz statt. Viele Faktoren treiben besonders Migranten in die Armut. Diese Tatsache sollte uns hellhörig machen, denn eine Gesellschaft ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Wir Migranten sind das schwächste Glied und leider gibt es immer noch zu viele Vorurteile gegen uns. Man muss wissen: Wer – so wie ich – 41 Jahre gearbeitet hat, wird doch nur eine kleine Rente bekommen. Meiner schulischen Bildung zum Trotz reichte es für mich nur zu einem Job als „Hilfskraft“. Dies macht sich später trotz harter Arbeit und vieler Überstunden in der Rente negativ bemerkbar. Bildung nachzuholen hat zwar etwas gebracht, allerdings werden meine deutschen Mitbürger besser entlohnt. Die Migranten leben häufig am Rand der Gesellschaft. Eingepfercht in schlechte Wohnungen, leben sie in Stadtteilen, deren Bewohner selten eine guten Job ergattern können. Für ganze Stadtteile oder Gebiete wird sich dies negativ auf die Zukunft auswirken. Nach den Daten des Mikrozensus ist die Armutsgefährdung bei den Migranten zweieinhalb mal höher als bei den deutschen Mitbürgern. Welche weiteren Faktoren führen in die Armut? Die Konferenz will dies thematisieren und Lösungen finden, was man vor Ort tun kann. Alle Menschen mit Migrationshintergrund, Flüchtlinge, Ausländer und alle, die ein Herz für den Nachbarn haben, sollen besser gerüstet sein. Denn nicht alle Flüchtlinge sind faul und wollen kein Deutsch lernen, sondern sie werden zum Nichtstun verurteilt, anstatt ermutigt zu werden, die eigenen Fähigkeiten besser zu nutzen.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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