Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 26. Januar 2010

Die Lüge vom billigen Flughafen

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Bevor die Entscheidung in Sachen Flughafen fällt, müssen wir uns einige grundlegende Dinge klarmachen. Die Erfolge der Billigfliegerei werden am liebsten mit steigenden Passagierzahlen begründet. Über die Kosten schweigt man sich jedoch vornehm aus. Lübeck-Blankensee hat uns in den letzten fünf Jahren gezeigt, wo die Kosten - ca. 30 Millionen Euro -wirklich hängen bleiben: im städtischen Haushalt. Also bei uns allen. In Saxes neuem "Take-Off-Konzept" und auch im Text des Bürgerbegehrens wird verkündet, dass vier Millionen Euro für die wichtigsten Investitionen und die Investorensuche sowie 3,5 Millionen Euro für den Betrieb der nächsten drei Jahre ausreichten. Das ist aber maßlos untertrieben und verschweigt entscheidende Kosten, die mit Beginn der Umsetzung des Planfeststellungsverfahrens fällig werden: Kosten für Übernahmeansprüche und Entwässerung (11 bis 12 Mio Euro) und höhere Kosten für den Bau von Parkplätzen werden verschwiegen. Unterschlagen werden auch die "Marketing"-Kosten, die Ryanair von allen Flughäfen erpresst. So zahlt Altenburg pro Jahr eine Million Euro, für aktuell gerade einmal eine Linie! Ob Ryanair es bei uns billiger macht, wissen wir nicht. Es zeigt sich also an verschiedenen Punkten, dass die zur Unterschrift unter das Bürgerbegehren verleiteten Bürger bewusst über die wahren Kosten des Flughafenausbaus und Betriebes im Unklaren gelassen worden sind. 67 Mio. Euro, zuzüglich der Kosten für Lärmschutz, das ist eine realistische Schätzung für den Ausbau! Ob die Unterschriften auch zusammen gekommen wären, wenn diese horrende Summe bekannt gewesen wäre?

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de