Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. März 2011

1200 Lübecker: Zeichen gegen Rechts

Weitgehend friedliche Demonstration und Gegendemonstrationen am Sonnabend

Gegen 10 Uhr waren nur wenige Demonstranten auf dem Markt, die Gruppe wuchs aber schnell an: Nach Polizeiangaben nahmen am Sonnabend etwa 1200 Lübecker an der Demo gegen den Nazi-Aufmarsch teil. Die Veranstalter zählten sogar 2000 Menschen aus unterschiedlichen Gruppierungen. Kirchen, Gewerkschaften und Parteien hatten zu der Demonstration aufgerufen. Die Gruppen trafen sich am Gewerkschaftshaus am Holstentor. Von dort ging es gemeinsam zum Bahnhofsvorplatz. Mit Reden und Musik wurde dort auch der Deportierten aus Lübeck gedacht.

Auch aus verschiedenen Kirchen führten Prozessionen zum Bahnhof. Das Motto lautete auch in diesem Jahr: „Unser Kreuz hat keine Haken“. Zusätzlich wurden die Demonstranten aus dem rechten Lager mit großen Transparenten an der St. Lorenz Kirche konfrontiert.

Die Veranstaltung blieb friedlich. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem SPD-Landeschef Ralf Stegner aber auch viele Mitglieder der Lübecker Bürgerschaft. Nicht allen gefiel der gemeinsame Protest. So kritisierte Astrid Stadthaus-Panissié von der BfL, dass die Redebeiträge zum Teil zu extrem gewesen seien.       Vg

 

Die Polizeidirektion Lübeck  zog nach dem Geschehen am Sonnabend eine positive Bilanz: Das Ziel, ein Zusammentreffen der Denonstrationsteilnehmer zu verhindern und somit die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten, sei erreicht worden, heißt es in einer Erklärung.

Insgesamt war die Polizei mit 2.400 Beamten aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen sowie mit Beamten der Bundespolizei im Einsatz.

Etwa um 13.20 Uhr begann der Aufzug der Neonazis mit 240 Teilnehmern. Der Tross zog vom hinteren Bahnhofsbereich,  Steinrader Straße, zum Ziegelteller und Artlenburger Straße bis zur Schönböckener Straße und hielt Zwischenkundgebungen. Gegendemonstranten versuchten den Aufmarsch zu stören und warfen Steine und Flaschen. Anwohner wehrten sich auf ihre Art gegen die Veranstaltung: Während den Zwischenkundgebungen spielten sie an offenen Fenstern überlaute Musik ab.

        msn

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