Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. März 2011

Neue Geschäftsführerin beim ePunkt

Juleka Schulte-Ostermann leitet die Geschicke des Bürgerkraftwerks

Ehrenamtliches Engagement wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Ohne diese freiwillige und unentgeltliche Arbeit könnten viele Leistungen im sozialen Bereich und Inte-gration nicht angeboten werden.

Bereits im Jahre 2000 wurde die Lübecker Freiwilligenagentur gegründet. Aus ihr erwuchs dann 2007 ein Bürgerkraftwerk mit dem „ePunkt“, der seit 2009 im Haus der Diakonie am Mühlentor beheimatet ist. Der ePunkt ist die erste professionell geführte Anlaufstelle zur Vermittlung, Begleitung und Qualifizierung vom Ehrenamt.

Seit Mitte Februar ist Juleka Schulte-Ostermann neue Geschäftsführerin des ePunktes. Die 32-Jährige ist gebürtige Kielerin und studierte Erziehungswissenschaftlerin und Kriminologin. Ihre Wege führten sie über Berlin (Studium), Hamburg und Ahrensburg in das schöne Lübeck – mit Mann und Kind. „Hier habe ich eine Heimat für meine kleine Familie gefunden und es hat sich alles sehr schnell in die richtige Richtung entwickelt“, so die Mutter eines eineinhalbjährigen Sohnes.

In den ersten Wochen an ihrem neuen Arbeitsplatz habe sie bereits sehr viele positive Eindrücke gewonnen und sei vor allem über das wohlwollende Miteinander unter den Sozialverbänden überrascht. „Das kenne ich in anderen Städten nicht so“, lacht Schulte-Ostermann.

Ihre Aufgabe in der kommenden Zeit wird sein, den ePunkt weiter zu führen und zu entwickeln. Schulte-Ostermann und ihre Mitarbeiter bieten am Ehrenamt interessierten Bürgerinnen und Bürgern an, eine für sie passgenaue Stelle zu vermitteln. „Es kommt immer darauf an, was sich derjenige vorstellt, wieviel Zeit er in der Woche oder im Monat erübrigen kann“. Dem Interessierten werden nach einem Beratungsgespräch zwei bis drei Einsatzstellen angeboten, in die er reinschnuppern kann.

„Passt das dann, ist es gut. Passt es nicht, wird weitergesucht“, erklärt die neue Geschäftsführerin. Pro Woche würden zwischen drei und fünf Beratungsgespräche geführt, unabhängig von denen, „die sich auf unserer Internetseite eigenständig eine Institution heraussuchen und von sich aus Termine vereinbaren“. 

Zudem könnten sich Vereine und Organisationen an den ePunkt wenden, um im Katalog potentieller Ehrenamtsstellen aufgenommen zu werden.

Juleka Schulte-Ostermann denkt, dass das ehrenamtliche Engagement künftig weiter zu nehmen wird. „Der Zivildienst fällt bald weg und viele Abiturienten nutzen Pausen zwischen Schule und Beruf oder Studium für erste Erfahrungen auf dem Gebiet, das sie interessiert. Zudem macht sich ein Ehrenamt im Lebenslauf äußerst gut.“ Ehrenamtsstellen werden derzeit von vielen Trägern wie dem AWO-Kreisverband, der Gemeindediakonie, der Vorwerker Diakonie, dem Caritasverband, der Brücke, dem Deutschen Kinderschutzbund, dem Lübecker Jugendring, dem Ronald McDonald Haus und vielen mehr.

Wer Interesse hat und sich informieren möchte – auf der Internetseite www.epunkt-luebeck.de ist alles Wissenswerte zu lesen. Telefonischen Kontakt gibt es unter Telefon 0451/3050405.

Der ePunkt wird gefördert von dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Sparkassenstiftung zu Lübeck und der Possehl-Stiftung.     msn

 

Das Lübecker Bürgerkraftwerk lädt am Donnerstag, dem 31. März um 19.30 Uhr, in die Reformierte Kirche, Königsstraße 18, zum Vortrag „Kann soziales Engagement die Gesellschaft wirklich zusammenhalten?“ mit dem Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky, ein. Der Eintritt kostet drei Euro.

Heinz Buschkowsky ist seit 30 Jahren Kommunalpolitiker in Berlin und seit mehr als zehn Jahren Bezirksbürgermeister von Neukölln, einem der härtesten sozialen Brennpunkte Deutschlands: „In Neukölln entscheidet die Straße darüber, ob Zweidrittel oder Dreiviertel der Kinder von Sozialer Sicherung leben. Hier stimmen die Menschen mit dem Möbelwagen ab.“  Buschkowsky ist bekannt für markige Sprüche, aber er bekam auch in den letzten Jahren mehrere hoch angesehene Preise für Bürgerengagement und soziale Stadtentwicklung.

Aber wie viel Bürgerengagement lässt sich organisieren in einer Welt, die durch Armut, soziale Unsicherheit und Parallelgesellschaften geprägt ist? Berlin ist nicht Lübeck, und so wird dem Berliner Gastreferenten der Grüne Lübecker Innensenator Bernd Möller als Diskutant gegenüberstehen.

Moderiert wird die Veranstaltung des Lübecker Bürgerkraftwerks von Antje Peters-Hirt, der Direktorin der Gemeinnützigen. Es ist die fünfte Veranstaltung der Reihe: „Was hält die Gesellschaft zusammen? Soziales und bürgerschaftliches Engagement im 21. Jahrhundert“, die  vom Lübecker Bürgerkraftwerk ausgerichtet wird.

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