Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. März 2011

Abschalten

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

Wir brauchten nicht die Katastrophe von Fukushima um zu wissen, dass Atomenergie todsicher ist. Seit den Unfällen von Tschernobyl und Harrisburg sind die Gefahren der Atomkraftwerke in der Praxis bekannt, vorher waren sie schon in der Theorie bekannt. Weitere Unfälle werden nicht ausbleiben, unbekannt sind nur ihre Zeitpunkte: die nächste Katastrophe kann gegen Ende der Laufzeit eintreten oder sofort. Deshalb kann es jetzt keine Laufzeit mehr geben, sondern nur die Stilllegung sofort. Im Ballungsgebiet Tokyo wird im Moment Wasser in Flaschen schon reglementiert verkauft, weil die Radioaktivität des Leitungswassers ansteigt. Die Leiden der Betroffenen sind – wie nach Tschernobyl – für Generationen unabsehbar. Im Ballungsgebiet Europa können wir nicht die Evakuierung ganzer Bundesländer riskieren, nur damit die Betreiber der Atomkraftwerke ihre Milliardengewinne machen. Die Laufzeiten-Politik der schwarzgelben Bundesregierung ist nicht diskussionswürdig. Davor war das rotgrüne Ausstiegsszenario zu seiner Zeit das Optimum, muss aber nun wegen der Ereignisse revidiert werden. Die rotgrünrote Mehrheit in der Bürgerschaft stellt zur Sitzung am 31. März eine Resolution zur Abstimmung, deren Resümee lautet: „Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck fordert deshalb die sofortige Abschaltung und endgültige Stilllegung aller deutschen Atomkraftwerke.“ Als mündige Bürgerinnen und Bürger warten wir nicht darauf, dass sich Regierungen bewegen, sondern sorgen selbst für Bewegung: im Haus, auf der Straße, in den demokratischen Versammlungen der Bürgerinitiativen und kommunalen Gremien.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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