Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. März 2011

Wo kein Wille da kein Weg

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Vergleiche zwischen verschiedenen Städten sind bundesweit beliebt – allerdings nur in denjenigen Kommunen, die jeweils in der Spitzengrupppe der Bewertungsskala abschneiden. Solange sich schlechte und gute Tabellenplätze in Sachen Lebensqualität, Familienfreundlichkeit, Kriminalität und Wirtschaftskraft – um nur einige Aspekte zu nennen – abwechseln, kann man mit dem nicht immer seriösen Vergleichs(un)wesen von Forschungsinstituten und Zeitschriften ganz gut leben. Aber wie kommt es nur, dass Lübeck regelmäßig und überall auf den schlechtesten Plazierungen landet? Gerade erst kam die Hansestadt bei einer Prüfung der Zukunftschancen von allen deutschen Städten und Kreisen auf Platz 394 von 413 Teilnehmern. Schlimmer geht’s wohl nimmer! Überalterung, Abwanderung und sehr schlechte Wirtschaftsdaten schlugen ins Kontor. Dies sind miese Perspektiven, die auf schnelle Sicht wohl kaum verbessert werden können. Sie sind auch Folge eines jahrenlangen miserablen Managements und fehlender Führungsqualitäten der Stadtspitze. Dass Lübeck in der jüngsten Fahrradklau-Statistik auf dem vierten Platz bundesweit nach Münster, Osnabrück und Bremen liegt, ist zwar ebenfalls nervend, allerdings wohl schnell behebbar: Es fehlen an allen Ecken und Ende sichere Fahrradabstellplätze mit Bügeln, an denen die Drahtesel sicher angeschlossen werden können. Dies ist endlich eine miese Plazierung, die relativ einfach abgestellt werden könnte, wenn man wollte. Aber daran mangelt es in Lübeck leider am meisten: Am Willen, erwiesene Missstände abzustellen und aus den schlechten Plazierungen etwas zu lernen.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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