Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 05. April 2011

Politik vertröstet Feuerwehr

Es werden immer noch neue Kameraden gebraucht

Eine Posse beschäftigt die Lübecker Berufsfeuerwehr: Es werden dringend neue Leute gebraucht. Alle Politiker stimmen den Einstellungen zu. In der Sitzung der Bürgerschaft Ende Februar hat man allerdings vergessen, einen Beschluss zu fassen, am Donnerstag wurde das Thema vertagt. Seit fünf Jahren sind 30 Planstellen nicht besetzt. Inzwischen sind 24 Feuerwehrleute eingestellt worden. Doch das reicht nicht. Die Einsatzstärke wird regelmäßig nicht erreicht. Für die Feuerwehrleute, die zuerst am Einsatzort sind, gibt es oft kein Rettungsteam.

Im Februar beschloss der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung einstimmig, fünf Stellen schnell zu besetzen. Leider wurde bei der Haushaltssitzung Ende Februar das Thema vergessen. Ohne einen Beschluss der Politiker kann Bürgermeister Bernd Saxe keine neuen Leute einstellen. Die CDU stellte deshalb am Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag zur Personalsituation. Der wurde abgelehnt. Das Thema solle noch einmal im Ausschuss beraten werden. Politiker, die sich am Donnerstag auf den Weg zur Sitzung der Bürgerschaft machten, durften die Feuerwehr symbolisch mit Füßen treten.

Bei den Feuerwehrleuten ist der Frust groß. Tausende Überstunden sind aufgelaufen, ohne die Einsatzstärke zu erreichen. Am Jahresende werden es 30.000 Stunden sein, rechnet Personalrat Christian Muhs vor. Die Feuerwehrbeamten werfen ihrem Dienstherren vor, mit der Sicherheit der Retter und der Bevölkerung zu spielen.             vg

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de