Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 05. April 2011

Der Urwelt-Mammutbaum

Autorin: Gunhild Duske

Die Grünen

Ein „lebendes Fossil“ wird er genannt, weil er bis vor zirka 70 Jahren als ausgestorben galt. Über seine Existenz wusste man nur aus Fossilienfunden aus der Kreidezeit. Dann fanden chinesische Botaniker 1941 in einem unzugänglichen Gebirgstal noch einige lebende Exemplare. Von diesen stammen unsere zwei Urwelt-Mammutbäume am Eingang zum Rudolf-Groth-Park am Tor der Hoffnung und im Schulgarten ab. Zeitzeugen berichten, sie wurden von Rodolfo Groth, Ehrenbürger der Hansestadt Lübeck gepflanzt. Weltweit gibt es nur wenige Exemplare, meist in botanischen Gärten und Parks, deshalb gelten sie laut internationaler Roter Liste als extrem (vom Aussterben) bedroht. Diese Bäume sind Kostbarkeiten und müssen besonderen Respekt und Schutz genießen. In Lübeck ist der Urwelt-Mammutbaum bedroht durch ein Bauvorhaben. Zwar wurde im Verkaufsangebot und im Bauvorbescheid der Erhalt dieses Baumes zur Bedingung gemacht, aber plötzlich gilt das nun nicht mehr. So erklärt der Leiter des Bereichs Liegenschaften, diese Auflage wäre unwirksam, weil der Gestaltungsbeirat einen Wettbewerb für Gestaltung des zukünftigen Gebäudes und die gärtnerische Anlage empfohlen hat. Wir sind dankbar für den Rat und die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats. Aber: wohlgemerkt, der Gestaltungsbeirat gibt Rat und Empfehlungen ab, er trifft keine Entscheidungen. Er kann nicht als Alibi für Entscheidungs-Änderungen der Liegenschaftsverwaltung herhalten. Daher stellen wir GRÜNE in der Bürgerschaft den Antrag, dass die wertvollen Urwelt-Mammutbäume als Naturdenkmale geschützt und erhalten werden.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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