Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 12. April 2011

Vorsicht bei Ökostrom

Autor: Ragnar Lüttke

Die Linke

Nach der schrecklichen Atomkatastrophe in Fukushima, fordern die Bürgerinnen und Bürger den Ausstieg aus der Atomenergie. Neben der Teilnahme an Demos, entscheiden sich jetzt viele Menschen für Ökostrom. Doch bei den Angeboten ist mehr als Vorsicht geboten. So können Stromerzeuger durch den Gewinn aus dem Ökostromtarif ihren Atomstromtarif noch billiger anbieten. Dann schadete man sogar der Sache, wenn man sich für einen solchen Ökostromanbieter entschieden hat. Es gibt zwar Zertifikate, die auch etwas über die Qualität des Tarifes sagen, sie sagen aber nichts über die zusätzlichen Investitionen in regenerativer Energiegewinnung des Anbieters. Aber gerade auf die kommt es an. Es macht keinen Sinn den vorhandenen Ökostrom zu kaufen. Und es macht auch keinen Sinn, den Strom aus neuer regenerativer Energiegewinnung zu kaufen, wenn diese Anlagen ohne Ökostromtarif gebaut wurden. Der Ökostromtarif macht nur Sinn, wenn sichergestellt ist, dass ohne staatliche Förderung und ohne Wirtschaftlichkeit neue Anlagen zusätzlich entstehen. Das bieten jedoch die wenigsten Anbieter an. Der ökologische Umbau und der Ausstieg aus der Atomkraft werden nur gelingen, wenn wir auf dezentrale Energiegewinnung (z.B. Kraft-Wärme-Kopplung) und demokratische Kontrolle beim Energieerzeuger setzen. Letztendlich bietet diese Möglichkeit nur unsere eigenen Stadtwerke, die im Übrigen auch einen Ökotarif anbieten. In der Bürgerschaft haben wir mit der SPD und den Grünen einem Antrag an die Stadtwerke gerichtet den Ausstieg aus der Atomenergie und den Umbau zu beschleunigen.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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