Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 12. April 2011

Radtourismus blüht – nicht in Lübeck

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Radtourismus wird in Deutschland immer beliebter. Darauf hat jetzt der ADFC nach Auswertung einer neuen Analyse hingewiesen. Demnach entscheiden sich über 86 Prozent der deutschen Radurlauber für Reiseziele im eigenen Land. Auch wollen ein Drittel der übrigen Ostseeurlauber in den schönsten Wochen des Jahres Fahrrad fahren. Der Ostseeküstenradweg, der durch Travemünde führt, steht dabei ganz oben in der Beliebtheitsskala. Für Lübeck, das im Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor sieht, muss dies ein Weckruf sein. Denn geeignete Fahrradwege in der geforderten Qualität gibt es hier kaum. Die Strecke vom Hauptbahnhof zum Strand ist beispielsweise nicht einmal ausgeschildert. Der schönste Abschnitt durch den Waldhusener Forst über Pöpendorf und Ivendorf ist nur Insidern bekannt. Er nervt zudem mit einem Mondlandschaftsaphalt à la Wullenweverstraße. Von anderen Annehmlichkeiten wie Rastplätzen, geeigneten Abstellmöglichkeiten für Tourenräder mit Gepäck, Fahrradboxen, ansprechenden Informationstafeln oder gar Gastronomie und Beherbergungmöglichkeiten ganz zu schweigen. An dem Zustand dieser Paradestrecke ist das ganze Elend von Lübecks Radwege- und Radtourismuszustand abzulesen. Es wird höchste Zeit, dass hier energische Schritte unternommen werden, zumal das Land derartige Bemühungen mit einer Förderquote von 70 Prozent belohnt. Dass Investitionen an dieser Stelle sinnvoll sind, ist jedermann klar. Sie ziehen kurz- und langfristig zusätzliche Touristen an, was man von der neuen, millionenteuren Granitpflasterung der Strandpromenade in Travemünde in keinem Fall erwarten kann.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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