Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 19. April 2011

Verzicht auf Torf schützt Natur und Umwelt

Beim Kaufen von Blumenerde und Anpflanzung auf Alternativen zurückgreifen

An dieser Stelle informiert Sie der Bereich Umweltschutz über aktuelle Themen zu Umwelt und Gesundheit. Heute:  Verzicht auf Torf schützt Natur und Umwelt.

Das Frühjahr ist die Zeit des Säens, Einpflanzens und Umtopfens. Der Handel bevorratet dafür eine Vielzahl an Substraten, von der hochqualitativen, teuren Edelerde bis hin zum preisgünstigen Schnäppchen. 

Achten Sie beim Kauf auf den Inhalt: Die meisten Blumenerden enthalten große Mengen an Hochmoortorf.

Ein Verzicht auf derartige Substrate schützt Natur und Umwelt, denn: Beim Abbau des Torfes werden Moore unwiederbringlich zerstört, was die Artenvielfalt drastisch verringert. Einzigartige Lebensräume für hochspezialisierte Pflanzen und Tiere gehen verloren, da die Feuchtgebiete sich nicht mehr regenerieren können.

Die Neubildung eines Hochmoors dauert Jahrtausende, es „wächst“ pro Jahr um etwa einen Millimeter. Weltweit haben Moore lediglich einen Landflächenanteil von ca. drei Prozent. Dabei sind Moore wichtige Kohlenstoffspeicher.  Mit etwa 550 Milliarden Tonnen speichern sie genauso viel CO2, wie die gesamte Vegetation der Erde.

Der Großteil des Torfes für Blumenerden wird aus Osteuropa importiert. Neben der rasch voranschreitenden Moorzerstörung wird zusätzlich die Umwelt durch weite Transportwege belastet.

Im Garten und im Blumentopf soll Torf  laut den Herstellerangaben die Erde auflockern und mit Rohhumus versorgen, unerwünschte Wildkräuter fernhalten, und den Wasserhaushalt regulieren.  Dabei ist zu bedenken: Torf ist extrem sauer (pH-Wert von 2,5 bis 3,5) und kann auch zu Bodenversauerung führen, worunter nicht nur das so wichtige Bodenleben in Mitleidenschaft geraten kann. Die meisten Pflanzen benötigen einen pH-Wert von 5,5 (schwach sauer bis neutral). Zudem zersetzt sich Torf schon nach kurzer Zeit im Boden und enthält kaum Mineralien.

Entscheiden Sie sich für robuste, heimische Pflanzen, die mit den gegebenen Standortbedingungen zu Recht kommen und überdenken Sie die Neuanschaffung von besonders torfliebenden Arten, wie Azaleen oder Rhododendron.

Verzichten Sie auf Torfprodukte, der eigene Garten (Kompost) und auch der Handel bieten bereits gute Alternativen. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe. Mit Ihrer Nachfrage nach torffreien Produkten erhöhen Sie das Angebot umweltfreundlicherer Alternativen.

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