Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. April 2011

Grenzmuseum: Linke aufschlussreich

Autor: Andreas Zander

CDU

Die Diskussion der Bürgerschaft zur Zukunft des Grenzmuseums in Schlutup war aufschlussreich – zumindest, was die Beiträge der Fraktion Die Linke angeht. Sie hat während der Debatte um das Grenzmuseum versucht, die laut gewordenen Vorwürfe, sie wolle aus ideologischen Gründen keine Erinnerung an die Mauertoten, zurückzuweisen. Der Versuch schlug gänzlich fehl. Als zunächst Linken-Fraktionsvize Hans-Jürgen Martens neben den Beschwichtigungsversuchen von einem „Missbrauch“ des Grenzmuseums für „politische Ziele“ sprach, den es zu verhindern gelte, hat dies die Bürgerschaft bereits aufhorchen lassen. Noch klarere Worte kamen dann allerdings von der Fraktionsvorsitzenden Antje Jansen, MdL. Ihrer Auffassung nach gebe es bezüglich der Vorgänge an der innerdeutschen Grenze „unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Positionen“ was von Anfang an ihre Skepsis zum Grenzmuseum begründet habe. Dass diese Aussagen von der Stadtpräsidentin nicht gerügt worden sind, stattdessen aber die Antwort der CDU-Fraktion darauf, deutet ein weiteres Mal darauf hin, dass Frau Schopenhauer ihr Amt parteilich ausübt. Wir erwarten von Frau Jansen, dass sie sich für ihre Äußerung gegenüber der Öffentlichkeit entschuldigt. Es gibt keine „zwei Meinungen“ bezüglich der Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze. Sie war eine zynische, menschenverachtende, gewalttätige Anlage, die das Leben der Menschen im Norden und Osten Lübecks über Jahrzehnte beeinflusst hat. Rot-Rot-Grün hat den Antrag mit drei von CDU, BfL und FDP eingebrachten Handlungsalternativen für einen Erhalt des Grenzmuseums abgelehnt.

V.i.S.d.P.: Andreas Zander

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de