Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 16. Dezember 2017

Ausgabe vom 26. April 2011

Hansestadt erwartet die Lachmöwen

Zwei neue Brutflöße sollen die Vögel im Schellbruch anlocken

Das Naturschutzgebiet Schellbruch ist ein beliebtes Ausflugsziel – und ein guter Tipp für die Wochenendplanung. Bald sollen dort auch wieder Lachmöwen zu sehen sein. Seit kurzem gibt es zwei Brutflöße für die Vögel.

Die neuen Brutflöße wurden von der Lübecker Naturschutzbehörde geplant und in Auftrag gegeben. Sie ersetzen die maroden, alten Brutinseln, die zuletzt kaum noch von Brutvögeln genutzt werden konnten.

Mit dem Bau und der Installation im Teich wurde der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer beauftragt. Der Standort und die Bauausführung wurden mit den Vogelschutzexperten der AG Schellbruch des NABU abgestimmt. Die Possehl-Stiftung ermöglichte die Finanzierung der beiden Brutflöße.

Umweltsenator Bernd Möller freut sich, dass die „schwimmenden Inseln“ im Süßwasserteich die Brutmöglichkeiten für Wasservögel merklich verbessern werden: „Durch die Bereitstellung der Brutinseln können wir mit geringem Aufwand viel für die Natur erreichen.

Da der Schellbruch als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurde, ist eine Förderung der hier brütenden Vögel besonders wichtig.  Die Maßnahme ist ein kleiner Baustein des Strategiekonzeptes zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Lübeck, welches der Bereich Naturschutz anlässlich des internationalen Jahres der Artenvielfalt 2010 erarbeitet hat. Die Brutinseln sind eine gute Ergänzung der vor etwa einem Jahr errichteten Beobachtungshütte ‚Adlerblick‘ am Südufer des Süßwasserteiches. Sie sollen auch das Naturerleben der Erholungssuchenden im Schellbruch verbessern.“ Dr. Ursula Kühn, kommissarische Leiterin des Bereichs Naturschutz, ist überzeugt, dass die Maßnahme schnellen Erfolg zeigen wird: „Kleine Inseln sind bei See- und Wasservögeln als Brutplätze besonders beliebt, denn hier können sie geschützt vor Füchsen und anderen Feinden brüten. Meist werden neue Brutinseln schnell von Kolonie bildenden See- und Wasservögeln angenommen.“

Auf der im März 2009 fertig gestellten Seevogelbrutinsel in der Pötenitzer Wiek brüteten zum Beispiel bereits im nachfolgenden Jahr zwölf Brutpaare der Flussseeschwalbe. Auf den alten Brutflößen im Schellbruch brütete bis zum Jahr 2008 eine Lachmöwenkolonie.

„Das war sehr von Vorteil für die seltenen Schwarzhalstaucher, die vorzugsweise im Schutz der wehrhaften Lachmöwen brüten“, so Dr. Kühn. „Mit den Lachmöwen sind leider auch die Schwarzhalstaucher weitgehend verschwunden. Wir hoffen, dass die neuen Brutflöße diese interessanten Vogelarten wieder ins Gebiet locken“.

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