Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 26. April 2011

Weltweiter Aktionstag gegen Lärm

Der 27. April soll Problematik ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rufen

An dieser Stelle informiert Sie der Bereich Umweltschutz über aktuelle Themen zu Umwelt und Gesundheit. Heute: Lärm trennt.

Verkehrslärm, Nachbarschaftslärm, Freizeitlärm, Lärm in der Schule, Lärm am Arbeitsplatz, Baulärm, Kinderlärm, Maschinenlärm – die Liste verschiedener Geräuschquellen ist sehr lang und zeigt, dass Lärm im alltäglichen Leben überall auftreten kann. Doch Lärm ist nicht nur allgegenwärtig, sondern auch schädlich für Gesundheit und Wohlbefinden, trägt nachhaltig zu einer Reduzierung der Lebensqualität bei und führt darüber hinaus in vielen Lebenssituationen zu (un)bewussten Trennungen, so die Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA), die den „Tag gegen Lärm“ in Deutschland organisiert.

Lärm trennt nicht nur Verursacher und Betroffene in vielen Aktivitätsbereichen, sondern erzeugt alltäglich auch unterschiedliche Lebenssituationen in Bezug auf Beeinträchtigung und Wohlbefinden. Nicht zuletzt kann Lärm isolieren, nicht nur den, der ihn verursacht, sondern insbesondere den Betroffenen, der durch einen Gehörschaden nicht mehr wie gewohnt am Leben teilhaben kann.

Wir hören rundherum, 360 Grad, jederzeit, Tag und Nacht. Ohren haben keine Lider wie die Augen, die wir schließen können. Sie sind immer geöffnet, hören alles, ob es uns gefällt oder nicht. Das Gehör ist ein Warnsystem und selbst das leiseste Signal wird wahrgenommen und verarbeitet – erst recht aber der Lärm.

Insbesondere hochfrequente, vor allem auch plötzlich auftretende Geräusche haben unmittelbare Auswirkungen auf unseren Organismus! Störender Lärm, der auch krank machen kann, beginnt bereits in vermeintlich „leisen“ Zonen. Von schädigendem Lärm sprechen wir bei Lautstärken über 85 dB(A), die sogenannte „Schmerzgrenze“ liegt erst bei 120 dB(A).  (Auszug aus der Veröffentlichung der DEGA, mehr dazu unter: www.tag-gegen-laerm.de)

Ein Übermaß an Schall, in Stärke und Dauer, kann Beeinträchtigungen oder bleibende Schäden am Gehör hervorrufen. Das Hörvermögen kann dabei bis zur Schwerhörigkeit geschädigt werden, ebenso können zeitlich begrenzte oder dauerhafte Ohrgeräusche (Tinnitus) auftreten.

Dies kann durch Dauerschall oder kurzzeitige hohe Schallspitzen geschehen. Solche hohen Schallpegel treten nicht nur im Arbeitsleben auf, sondern gerade auch in der Freizeit, zum Beispiel beim Hören lauter Musik. Tragbare Abspielgeräte mit Ohrhörern erreichen Musikschallpegel bis zu 110 dB(A). Dies entspricht der Lärmbelastung durch einen Presslufthammer. Aber auch „Lärmspielzeug” (zum Beispiel Pistolen, Trillerpfeifen und Holz-Ratschen) können das Gehör beeinträchtigen. Bei Spielzeugpistolen wurden kurzzeitige Spitzenpegel von 160 dB(A) und mehr gemessen, wenn sie unmittelbar am Ohr abgefeuert wurden.

Um das Gehör zu schonen, können Sie bei lauten Konzerten oder in der Disko Gehörschutzstöpsel verwenden.

Wählen Sie beim Musikhören mit Kopfhörer eine gemäßigte Lautstärke und achten Sie bei Neuanschaffungen auf Geräte mit eingebauter Schallpegelbegrenzung. Eltern sollten beim Kauf von schallgebendem Spielzeug durch Vergleiche darauf achten, leisere Produkte zu wählen. Dabei sollten sie sich nicht nur auf das CE-Zeichen zur allgemeinen Produktsicherheit verlassen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, hohe Lautstärken in der Freizeit möglichst zu vermeiden und, wo das nicht geht, Gehörschutz zu verwenden. Mehr dazu gibt es unter www.umweltbundesamt.de/gesundheit/laerm/gehoer.htm.

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