Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 26. April 2011

Verdrängte Gefahr aus dem Untergrund

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Als ob es nicht genug Zweifel über den Sinn des Flughafens gäbe: Die zeitweilige Sperrung und Evakuierung der Nachbarschaft wegen giftiger Nebelschwaden aus dem Untergrund rückt ein weiteres Risiko in den Mittelpunkt, das die Millioneninvestition auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens Blankensee noch fragwürdiger macht. Den Flughafengegnern und der verunsicherten Bevölkerung wird seit Jahren weisgemacht, dass keine Altlasten mehr im Boden vorhanden sind. Der Vorfall macht deutlich, dass dies nicht stimmt und in Zukunft noch böse Überraschungen auf uns zukommen könnten. Von der Behinderung des dahintröpfelnden Flugverkehrs einmal abgesehen, stellt sich uns die Frage nach Gefährdung der Anwohner und der umliegenden Natur durch Giftcocktails im Untergrund. Denn die Zeit heilt hier keineswegs Wunden, sondern vergrößert die Gefahr. Behälter und Blechkanister rosten irgend durch und geben ihren gefährlichen Inhalt frei - wie jetzt offenbar geschehen. Auch Munitionsfunde sind weiterhin nicht auszuschließen. Der Umgang mit Lasten der Vergangenheit ist in Lübeck zu lasch. Seit Jahren warten wir beispielsweise auf eine Bergung der Gift- und Munitionsreste in der Lübecker Bucht, die nur deshalb nicht geschieht, weil die Verantwortung für die Kosten zwischen Stadt und Land hin- und hergeschoben wird und die Gefahr von unserer Stadtspitze kleingeredet wird. Ähnliches muss man in Sachen „Waterfront“ befürchten. Denn dieser frühere U-Boot-Stützpunkt, das heutige Passathafena-real, ist bislang noch nicht gründlich untersucht worden. Das Risiko tragen Anwohner und Steuerzahler!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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