Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 03. Mai 2011

Aprilscherz der Bundesregierung:

Autor: Rolf Klinkel

Die Grünen

Bildung für alle! Noch immer entscheidet der elterliche Geldbeutel über die Bildungschancen der Kinder. Danach haben Kinder armer Eltern in Universitäten oder Gymnasien nichts zu suchen und werden in ärmliche Schul- und Berufsausbildungen verbannt. Die Bundesregierung versprach eine Änderung und packte ein Bildungspäckchen zusammen. Das sollte am 1. April an alle Eltern mit geringen Einkommen verschickt werden. Die zuständige Sozialministerin ist erstaunt, dass die meisten EmpfängerInnen die Annahme verweigern und behauptet, dass daran das komplizierte Zustellungsverfahren schuld sei. Statt dieses zu ändern will die Ministerin nun arme Leuten lehren, wie Bildungsanträge richtig und rechtzeitig gestellt werden. Nur das wird nichts nutzen. Das Bildungspäckchen ist eine Mogelpackung, das viel verspricht aber wenig enthält. So reichen die darin enthaltenen monatlichen 10 Euro für die Förderung der Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen im sportlichen, künstlerischen, kulturellen und sozialen Bereich nicht aus. Wie damit die Mitgliedsbeiträge für Sport-, Spiel- und Kulturvereine, Musikunterricht, Teilnahme an Freizeiten und „kulturelle Bildung“ bezahlt werden soll, bleibt ein Rätsel, das auch der Sozialausschuss in der Sitzung am 3. Mai nicht lösen kann. In Lübeck werden schon seit längerer Zeit Kinder armer Eltern weit umfangreicher gefördert als dies mit den Bildungspäckchen der Bundesregierung möglich ist. Unsere Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass die Bildungsförderung in der Hansestadt nicht auf das niedrige Niveau der Bundesregierung abgesenkt wird.

V.i.S.d.P.:  Rolf Klinkel

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