Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 03. Mai 2011

Gruseliges von Uraltgespenstern

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Umgestaltung „Mitten in Lübeck“ ist noch nicht einmal zur Hälfte fertig, da malen einige Autobesessene schon wieder das Gespenst vom wirtschaftlichen Ende der Altstadt an die Wand. Selbst die uralte, längst widerlegte Behauptung, dass in der Innenstadt alles mit dem Auto zu erreichen sein muss, damit die Käufer nicht zu den Großmärkten am Stadtrand abwandern, wird wieder hervorgekramt. Wie wir alle wissen, ist das Gegenteil der Fall! Die Menschen verbringen lieber ihre Zeit in einer attraktiven, abgas- und lärmfreien Innenstadt - möglichst ohne von Blechkisten umgeben zu sein. Auto- und busfreie Fußgängerzonen bedeuten für Alle einen großen Gewinn. Besonders auch für die Gastronomie, weil die Menschen entspannter sind und nach dem Einkaufsbummel, bei dem man sich zwischendurch noch auf Bänken vor netten Wasserspielen erholen kann, hungrig und durstig sind und Lust auf ein längeres Verweilen haben. Warum soll ausgerechnet in Lübeck unmöglich sein, was überall sonst bestens funktioniert: Gäste aus Nah und Fern mit großen, autofreien Fußgängerzonen anzulocken. Lübeck lebt bekanntlich auch von Touristen. Die kommen doch vor allem wegen der beschaulichen Lokalitäten und den attraktiven Stadtansichten. Es wird höchste Zeit, dass wir auch den Koberg endlich in eine ruhige Zone verwandeln, damit auch dort etwas Neues, Lebendiges entstehen kann. Ruhige Plätze und Aufenthaltsorte, wo auch Familien mit Kindern länger verweilen mögen, bietet unsere Altstadt bisher immer noch viel zu wenig. Im Gegenzug sollen die Autosüchtigen doch gerne die öden Großparkplätze am Stadtrand genießen.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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