Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 10. Mai 2011

Unterricht einmal anders

Schülerinnen und Schüler können Schulstunden in Lübecker Museen verbringen

Unter dem Titel „Jugend ins Museum“ wird für Schüler und Lehrer der Lübecker Schulen ein umfassendes Programm angeboten. Das Projekt umfasst drei Säulen – „Schüler führen Schüler“ (die SZ berichtete), „Unterrichtspakete“ und „Museumskunde“.

Das Bildungsangebot, das von der Michael-Haukohl-Stiftung finanziert und in Zusammenarbeit mit den Lübecker Museen angeboten wird, soll Schülerinnen und Schüler die Museen der Hansestadt näher bringen.

So kamen in der vergangenen Woche Steppkes der 3. Klasse der Grund- und Hauptschule Kücknitz mit ihrer Lehrerin Jana Koldehoff neugierig in das Behnhaus Drägerhaus, um hier zwei außergewöhnliche Schulstunden zu verleben. Nach der Einleitung, zu der eigene (ältere) Familienfotos mit gebracht und diese besprochen wurden, ging es in die Ausstellungsräume des Hauses. Das Thema des Tages: Familienporträts. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren so eine Menge über Familien vergangener Zeiten, ihr Leben, ihr Wirken. Die Unterschiede des Familienlebens von damals zu heute. Wissbegierig sogen die Kinder das neue Wissen in sich auf, stellten Fragen, äußerten Vermutungen. Als „Schmankerl“ erhielt jedes Kind eine Art Fernrohr, um sich Details der gemalten Porträts im Museum näher anzusehen.

„Das Angobt der Unterrichtspakete wird bereits sehr gut angenommen, vor allem von unteren Klassenstufen“, berichtet Projektleiterin Swenja Koschnik. Lehrer der Klassenstufen 2 bis 12 könnten Themen für die Fächer Deutsch, Kunst, HSU, Biologie, Religion und Geschichte in den Museen bearbeiten. Themen sind zum Beispiel die besagten Familienporträts für 2. bis 4. Klassen, Säugetiere für 5. bis 6. Klassen, Altargeschichten für 8. bis 10. Klassen oder der Mauerbau/Mauerfall für 9. bis 12. Klassen. Koschnick wünscht sich noch mehr Zuspruch von oberen Klassenstufen: „Lehrer können sich sehr gerne bei mir melden und ihren Wunschtermin mitteilen“.

Das Besondere an diesen musealen Unterrichtspaketen ist, dass die Lehrkräfte kaum etwas vorbereiten müssen. „Sie können auf erprobte und präparierte Pakete zurück greifen“, erklärt die Projektleiterin. Jedes Paket besteht aus einer Sachanalyse, einer didaktischen Analyse, einem Vorschlag für den Stunden-
ablauf, Arbeitsblättern, Literaturhinweisen und Angaben zu den Requisiten, die es vor Ort in den Museen gibt. „Damit können die Lehrer absolut selbstständig den Unterricht in den Museen durchführen“.

Interessierte Lehrer, die ein Unterrichtspaket buchen möchten, können sich unter www.jugend-ins-museum.de informieren, etwas aussuchen, Kontakt zu Swenja Koschnick unter Telefon 0451/580 86 15 oder swenja.koschnick@jugend-ins-museum.de aufnehmen und weitere Details besprechen. Der Eintritt in die Museen ist für Schüler und Lehrer kostenfrei, ebenso die Nutzung des Unterrichtspakets. Darüber hinaus erhalten bedürftige Schüler kostenlose Busfahrkarten.    msn

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