Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 10. Mai 2011

Busverkehr: Abwärtsspirale stoppen

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Ob die für 2012 geplante Umstellung des Lübecker Busliniennetzes eine Reform im Sinne der Benutzer sein wird, wird sich nach der Einführung der neuen Linien und Taktzeiten erst zeigen müssen. Was jetzt als großartige Neuheit angekündigt wird, wird nur dann auf Akzeptanz treffen, wenn die zahlreichen Fahrplanänderungen für die Kunden Vorteile bringen und nicht nur den Stadtwerken dabei helfen, Einsparungen zu erzielen. Die Verkürzung der Betriebszeit um eineinhalb Stunden auf 4 bis 24 Uhr ist in sofern bedauerlich. Auf der anderen Seite wird das ärgerliche Rudelfahren, bei dem viele Busse gleichsam Stoßstange an Stoßstange vom ZOB durch die Altstadt poltern, endlich beendet sein. Die anderen Verkehrsteilnehmer und auch die Busnutzer selbst, denen häufigere Abfahrten winken, werden es den Stadtwerken danken. Nicht befriedigen kann indes die erneute Ablehnung eines Citybusses, der von Bürgern und Experten angeregt worden war. Für die Altstadt, die unter den lauten Dieselbussen in den engen Gassen leidet, ist das eine schlechte Entscheidung. Kleine und leisere Fahrzeuge würden die Aufenthalts- und Lebensqualität im Weltkulturerbe wesentlich verbessern, was man in vielen anderen Altstädten in Deutschland beobachten kann. Bevor die Bürgerschaft entscheidet, sollten die Kommunalpolitiker das Reformwerk noch einmal kritisch unter die Lupe nehmen und Anregungen der wahren Experten – den Dauernutzern - aufnehmen. Denn eine Reform, die keine Akzeptanz findet, wird nur die Abwärtsspirale von weniger Fahrgästen und damit höheren Betriebsverlusten in Gang halten und niemandem nützen.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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